Kino

Sicario 2

„Sicario 2“ hat zwei Probleme: Zum einen ist der Vorgänger ein so unfassbar guter Film, dass es schwer wird, da mitzuhalten. Zum anderen ist es die Zweideutigkeit: Der Film verweigert dem Zuschauer die Einordnung, kaut keine Meinung vor. Alles wird ohne Wertung gezeigt, die Welt ist nicht schwarz oder weiß. Und der Name „Donald Trump“ fällt nie.

Sicario 2
Foto: Studiocanal GmbH/Richard Foreman

Immerhin nehmen Benicio del Toro, Josh Brolin und Jeffrey Donovan den Erzähl­faden um den obsoleten „war on drugs“ wieder auf. Und Taylor Sheridan, momen­tan der interessanteste Drehbuchautor Hollywoods, hat erneut eine ­großartige Vorlage geliefert: Der CIA-Para­militär Matt Graver soll dafür sorgen, dass die mexikanischen Drogenkartelle, die isla­mistische Attentäter über die Grenze schmuggeln, aufeinander losgehen. Zu diesem Zweck entführt der Söldner Alejandro Gillick die Tochter eines Kartellbosses. Doch dann fliegt die Operation auf, Gillick und das Mädchen sollen sterben.

All die hybriden Kriege, die wir – der ­Westen – in den letzten Jahren geführt ­haben, steuerten genau auf die hier vorgeführte Situation zu: Jeder gegen jeden – und keine Regeln. Was man „Sicario 2“ vorwerfen kann: Dass er diese Situation nicht explizit verurteilt und die Verantwortlichen nicht benennt. Und trotzdem: Wer diesen Film nur als simplen Baller­thriller wahrnimmt, hat etwas nicht verstanden. 

„Sicario: Day of the Soldado“, USA 2018, 123 Min, R: Stefano Sollima, D: Benicio del Toro, Josh Brolin, Jeffrey Donovan, Start: 19.7.

Infos und Termine

https://www.zitty.de/event/kino/sicario-ii/