Coming of Age

Siebzehn

Stimmige Studie über das ­Erwachsenwerden

ZITTY-Bewertung: 5/6

Lanzenkirchen in Niederösterreich. Ein Dorf inmitten sommersatter Wiesen. Eine Disko gibtʼs und dann diese Internats­klasse, in der fast jedes Mädchen gleich aussieht: grauer Faltenrock, weiße Bluse, lange Haare. Nur eine trägt sie wild verknotet: Paula. Alle sind um die 17, brennen vor Sehnsucht nach Wahrnehmung, Liebe, Sex. Und wie üblich wird alles und jeder beobachtet und bewertet. Normal in dem Alter. Völlig klar.

Ist die Jugend nicht schön?
Foto: Salzgeber

Mit ihrem Spielfilmdebüt erinnert sich die Wiener Regisseurin Monja Art, 33, an ihre Jugend, an das elektrisierende Gefühl, in einer Art Zwischenzeit festzustecken, in der die Möglichkeiten noch so ­einzigartig erscheinen. Die perfekte Zeit für Dramen also, und davon gibt es reichlich. ­Lilly, die einfach nur geliebt werden will, und mit ihrem Freund nachts mitten auf dem Internatsflur vögelt. Tim, der insgeheim Paula begehrt, die ihrerseits Charlotte liebt, die wiederum mit Micha fest zusammen ist und doch an Paulas Lippen hängt. Gleichgeschlechtliche Liebe hat hier fast schon etwas Selbstverständliches. Wichtiger ist, dass überhaupt was passiert.

Doch irgendwann wird selbst der unerschütterlich wirkenden Paula der hormonelle Zickzackkurs zu viel. Ein sympathischer, ehrlicher Film mit vielen tragisch-komischen Wendungen, einem prima Ösi-Soundtrack und sensiblen ­Metaphern für dieses unerfüllte Schmachten nach mehr.

A 2016, 104 Min., R: Monja Art, D: Elisabeth Wabitsch, Anaelle Dézsy, Alexandra Schmidt