Kino

Silvana

Mit 26 Jahren begann 2012 die Musikkarriere der Schwedin Silvana Imam, die bald mit radikalen, queer-feministischen Texten zum „Rap-Riot-Girl“ und zu einem Role Model für viele junge Schwedinnen avancierte. Die Doku versucht, das Phänomen Silvana in den verschiedenen Facetten näherzubringen: als öffentliche Frau, als feministische Kämpferin, als zweifelnde Künstlerin, als liebende Frau. Ein Unter­fangen, dem sich das Regie-Trio Gustafson, Kastebring und Tsiobanelis in seinem Erstling widmet und dem deshalb manche handwerkliche Schwäche zu verzeihen ist.

Auf der Jacke steht Silvana
Foto: Mantaray Film

Verständnis für ihre kompromisslose Haltung vermittelt die Biografie Silvanas mit ihren lettisch-syrischen Wurzeln. Die Wut in ihren Texten entspringt dem Druck ­einer permanenten Selbstbehauptung als lesbische Frau in einem von Machotum dominierten Musikgenre und dem Kampf gegen das anschwellende rassistische Grund­rauschen in der schwedischen Gesellschaft.

Gut, dass die Berliner Premiere des Films beim Festival „Pop-Kultur“ im Rahmen der von Yesim Duman kuratierten Programmreihe „Pop-Hayat“ stattfindet, wo in Performances, Lesungen und Gesprächen das Geflecht zwischen queerer Kultur und postmigrantischen Diskursen thematisiert wird.

S 2017, 90 Min., R: Mika Gustafson, Olivia Kastebring, Christina Tsiobanelis, Start: 23.8., Premiere: 17.8., 19 Uhr, Kulturbrauerei, im Rahmen von „Pop-Kultur“

Weitere Infos und Termine

https://www.zitty.de/event/kino/silvana/