Kino

Small Planets

Viel ist dieser Tage von abgehängten Regionen und gesellschaftlicher Polarisierung die Rede. Von Menschen, die sich von der Globalisierung nicht mitgenommen fühlen und lieber ihre Andersartigkeit statt Gemeinsamkeiten betonen. In diesem zurückhaltend inszenierten Film, der auf Voice-Overs verzichtet, geht es zwar nicht im engeren Sinne um diese Milieus, aber um Gemeinschaften, die isoliert sind. Und die somit nicht zur Weltcommunity gehören, „die im Zeitalter der Globalisierung zusammenrückt“, wie es Regisseur Dirk Manthey in der Einleitung formuliert: „Um diese Orte zu erreichen, muss man Ozeane überqueren, Ängste und Vorurteile überwinden. Man muss Kontrollstationen passieren, kulturelle Barrieren überwinden – oder einfach nur die Augen öffnen.“

Small Planets
Foto: UCM.One

Klingt ambitioniert. Doch leider scheitert sein Dokumentarfilm an diesen so weitreichenden wie vagen Absichten, obwohl er eindrückliche Bilder bereithält. Vier Orte werden vorgestellt: eine Forschungsstation in Spitzbergen, eine Insel vor der Küste Islands, ein Lepra-Sanatorium in Spanien. Der vierte Einblick gilt einer Gemeinschaft von Einwanderern aus Sri Lanka, die abgeschottet im sizilianischen Palermo leben.

Leider werden die minimalen Hintergrundinfos zu den Orten erst kurz vor dem Abspann eingeblendet. Es gibt zudem wenig wiederkehrende Protagonisten und damit auch kaum emotionale Anker für den Zuschauer. Stephanie Grimm

D 2018, 96 Min., R: Dirk Manthey, Start: 9.1.

https://www.zitty.de/event/kino/small-planets/