Terrence Malick

Song to Song

Terrence Malick geht weiterhin ­seinen eigenen filmischen Weg

ZITTY-Bewertung: 5/6

Wenn man das Kino liebt, hat man kaum eine Wahl, als Terrence Malick zu verteidigen. Auch wenn seine Bilder oft in Kitsch abzudriften drohen, die Voice­over-Sequenzen bisweilen wie esoterische ­Kalendersprüche wirken: Malick ist einer der letzten großen Auteurs, ein Regisseur, der eine ganz eigene, unverwechsel­bare Bildsprache hat und die Grenzen des ­Kinos auslotet. Vor allem jene des narrativen Kinos, was seinen neuen Film zu ­einer losen Aneinanderreihung von ­Bildern und Motiven macht.

Ryan Gosling, Rooney Mara
Foto: Studiocanal

Erneut geht es ums große Ganze: um das Leben, die Liebe, den Sinn, die Suche nach Bedeutung in einer oberflächlichen Konsumwelt. War dies in „Knight of Cups“ die Filmwelt, ist es nun die Musikszene, in die Malick Ryan Gosling, Rooney Mara, Michael Fassbender, Cate Blanchet, Natalie Portman und andere schickt, in einem wechselnden Beziehungsreigen, der kaum zu durchdringen ist.

Ganz selbstverständlich fügen sich die ­Figuren in den Fluss der Bilder, mit ­einer Natürlichkeit, die Teil von Malicks Kunst ist: Selten sieht man große Stars so ­wenig spielen wie bei ihm, sondern einfach nur sein. Offensichtlich vertrauen Schau­spieler Malick, offenbaren ihm ihr ­Innerstes und überlassen es dem Regisseur, aus diesen Oberflächen Momente größter Intimität zu formen, die im besten Fall von einzigartiger Authentizität sind. 

USA 2017, 130 Min., R: Terrence Malick,  D: Ryan Gosling, Michael Fassbender,  Rooney Mara

https://www.zitty.de/event/drama/song-to-song/

Kommentiere diesen beitrag