Film und Video

Stan Douglas

Musik und Befreiungsbewegungen in Nord und Süd: Stan Douglas bringt sie in den Berliner Ausstellungsräumen der Sammlerin Julia Stoschek zusammen

Musik steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Splicing Block“ von Stan Douglas, genauer: Jazz, Afro-Beat und Disko-Musik. Das Video „Hors-Champ“ (1992) zeigt vier Jazzmusiker, gefilmt im Stil einer französischen Jazzsendung aus den 1970er-Jahren. Im Video „Luanda-Kinshasa“ (2013) ist eine Jam-Session aus dem New Yorker Musikstudio „The Church“ zu sehen, geschnitten im Stil von Godards 1968 veröffentlichtem Film „One Plus One“, der die Rolling Stones im Studio begleitete und Manifesten der Black Panther gegenschnitt.

Courtesy of the artist, Victoria Miro and David Zwirner
Coolness und Propaganda: „ A Luta Continua 1974, 2012“, von Stan Douglas, Digitaler C-Print auf Aluminium, 120,7 x 181 cm. Courtesy of the artist, Victoria Miro and David Zwirner

Die Fotografien der Ausstellung konkretisieren das musikalische Geschehen, indem sie einen Dialog zwischen Angolas Musikszene und New Yorks Discoszene initiieren. So hängt das Foto „Two Friends“ (2012), das Discobesucher in New York cool an einem Tisch sitzend zeigt, neben dem Foto „A Luta Continua“ (2012), auf dem eine Angolanerin mit Schlaghosen vor einer Mauer mit einem Graffiti der „Volksbewegung zur Befreiung Angolas“ abgelichtet ist (Abb.). Beide Aufnahmen wurden von Stan Douglas so inszeniert, dass sie an Fotos der 1970er-Jahre erinnern und dadurch mit der Ästhetik der Musikvideos in der Ausstellung korrespondieren. Sehenswert.

Bis 1.3.: Julia Stoschek Collection, Leipziger Str. 60, Mitte, Sa/So 12–18 Uhr, 5 €, bis 18. J. sowie Studierende und Beziehende von Transferleistungen frei