Bombenthriller

Steig. Nicht. Aus!

Im Visier: Karl Brendt (Wotan Wilke Möhring), höllischer Bauunternehmer, wie er sich selbstironisch vorstellt. Als er seine Tochter und den Sohn an der Schule absetzen will, bekommt er im Auto einen Anruf: Ein Unbekannter will eine halbe Million Euro von ihm und behauptet, eine Bombe im Wagen installiert zu haben. Die soll explodieren, sobald sich jemand vom Sitz erhebt.

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Foto: Iris Janke/NFP marketing & distribution

Fast in Echtzeit jagt Genre-Spezialist ­Christian Alvart (Schweiger-„Tatorte“, „Antikörper“) die drei Sitzgefesselten durch ein stahlblaugraues Action-­Thriller-Szenario, in dem er noch das akute Großstadt-Thema rücksicht­loser Gentrifizierung zusammen mit dem Drama einer kaputten Ehe verbaut. Die Schnitte sind schnell. Die Musik pumpt.

Während dabei über das ein oder andere klaffende Logikloch hinweg mit immer neuen Wendungen das Anspannungs­level hochjazzt wird, muss Wotan Wilke Möhring schauspielerisch einiges leisten. In den Extremen zwischen brodelnder Wut und existentieller Verzweiflung, zwischen Angst, Panik und Hilflosigkeit kommt er immer ein wenig an die Grenzen seiner darstellerischen Möglichkeiten. Mit seinem Spiel verhält es sich ein bisschen so wie mit „Steig. Nicht. Aus!“ selbst: Vieles funktioniert, aber auf spielfilm­lange Distanz ist das alles mitunter doch etwas anstrengend. 

D 2017, 109 Min., R: Christian Alvart, D: Wotan Wilke Möhring, Hannah Herzsprung, Christiane Paul

Steig. Nicht. Aus!

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