ABSCHIED

Illustre Kondolenzen

Berlin trauert um seine Zitty

„Ich bin sehr traurig, denn die Zitty hat mich über Jahre hinweg mit den aktuellen Informationen über das Berliner Kulturleben versorgt. Es ist sehr schade, dass das nun nicht mehr so sein wird.“
Klaus Lederer Senator für Kultur und Europa


„Vor über 20 Jahren habe ich mein Praktikum bei der Zitty gemacht. Danach haben sie mir immer mal wieder wohlwollend Geld für juvenilen Quatsch bezahlt – und mich maßgeblich dazu ermutigt, mit dem Schreiben weiter (und ernst) zu machen. Danke und auf Wiedersehen, Zitty.“
Judith Holofernes Musikerin und Autorin


„Danke Zitty für Kritik und Lob, tolle Berichte und Denkanstöße, Hinweise, Empfehlungen, Überforderungen, Neuentdeckungen und die eigenen Vorstellungen, die man vergessen hatte, sich in den Kalender einzutragen … Mach’s gut!“
Robert Neumann Theaterregisseur und Schauspieler


„Ich weine. Ich habe Zitty geliebt.“
Cora Frost Chansonstar und Performancekünstlerin


„Zitty, Du hast das HKW mit aus der Taufe gehoben. Wir haben uns gefetzt, geliebt und respektiert. Danke, Claudia Wahjudi für nachhaltige Zuneigung und Kritik vom Anthropozän bis zu den zeitgenössischen Künsten.“
Bernd Scherer Intendant Haus der Kulturen der Welt


„Echt traurig! Als wir damals nach Berlin kamen, war Zitty DAS Ding, um herauszufinden wo, wann, welches Punkkonzert stattfand. Wir fühlten uns sehr geehrt, als irgendwann auch über unsere Shows berichtet wurde. Mach’s gut, Zitty.“
ZSK Punkband


„Die Zitty hat mich seit meiner Ankunft in Berlin 1988, noch vor dem Internet, mit Hinweisen auf Theateraufführungen und Konzerte viele Jahre durch das Berliner Nachtleben geleitet. Sie gehörte auf jeden WG-Tisch in Kreuzberg und anderswo. Unvorstellbar, dass sie stirbt. Und unvorstellbar auch, das nicht als Zeichen zu lesen für das Sterben der Gegenkultur in Berlin.“
Thomas Ostermeier Regisseur und Intendant der Schaubühne


„Wie traurig! Die Zitty war über Jahrzehnte ein treuer Begleiter durch den Berliner Alltag. Und die dort lange von Lutz Göllner kuratierte Comicseite ein großes Vorbild für das, was wir seit 2008 in dem Bereich beim Tagesspiegel machen.“
Lars von Törne Story- und Comic-­Redakteur des Tagesspiegel


„Mit 43 sterben zu müssen, das ist zu jung! Ein Mensch ist dann erst in der Mitte des Lebens, und ein Magazin auch: mit einem großen Erfahrungsschatz und voller Kraft. Danke für gute Interviews und kritische Reportagen, danke für die Orientierung im Berliner Veranstaltungsdschungel und euer Gespür für wichtige Themen. Das alles wird sehr fehlen! Wir werden Zitty sehr vermissen.“
Annemie Vanackere Intendantin des HAU


„Liebe Zitty, wir sind sehr traurig! Vielen Dank (insbesondere an Friedhelm Teicke) für die kompetente und leidenschaftliche Begleitung unserer Arbeit über die letzten Jahrzehnte!“
Philipp Harpain Intendant, im Namen des gesamten ­Grips Theaters


„Ohne die Zitty ist Berlin ein bisschen weniger City. Sehr schade – und den Kolleginnen und Kollegen alles Gute.“
Robert Ide Geschäftsführender Redakteur des Tagesspiegel


„Für die freie Theaterszene ist dies ein herber Schlag. Denn vor allem die Zitty ­präsentierte die Vielfalt dieses Kunst- und Kulturlebens der Stadt. Mein Dank gilt hier ganz besonders Friedhelm Teicke, der als verantwortlicher Bühnenredakteur für diese umfängliche und kritische Berichterstattung gesorgt hat. Und natürlich auch den vielen freien Zitty-Kritiker*innen!“
Barbara Gstaltmayr PR-Referentin kunst kultur projekte berlin


„Als ich Mitte der Achtzigerjahre nach Berlin kam, war Zitty das Zentralorgan der Off-Szene: Mit einer Jubelkritik in der Zitty kriegten wir mit College of Hearts den großen Saal der ufaFabrik sechs Wochen lang ausverkauft. Später gehörte Zitty zu den ersten Entdeckern von Pigor & Eichhorn. Bye bye & Seufzer.“
Thomas Pigor Salon-HipHoper


„I’m so sorry! This is unbelievable! Die Zitty wird fehlen.“
Constanza Macras Choreografin, designierte Hausregisseurin der Volksbühne


„Vor 25 Jahren begann ich Filme zu machen. Und die Zitty war immer dabei! Oft sogar mit einem Zitat einer Filmkritik aus der Zitty auf dem Plakat, so wie bei ,Bedways‘. Das alles wird fehlen! Danke für die gute lange Zeit!“
R.P. Kahl FIlmregisseur


😭 (auf Twitter)
Monika Herrmann Bezirksbürgermeisterin Friedrichshain-Kreuzberg


„Die Zitty, die Berliner Göre unter den Stadtzeitungen: Schnell, direkt, am Puls der Szene. Und im besten Sinne des Wortes: anstößig. Weil Anstoß gebend. Mit den 3 Tornados waren wir zum 5-jährigen Jubiläum Titelstory in der Zitty – da hatte in der betulichen Tante Tagesspiegel noch kein Wort über diese neue Form des Kabaretts gestanden. Theateredakteur war damals Helmut Lehnert, der später RadioFritz und RadioEins ins Leben rief. Auch sein, nun letzter Nachfolger bei Zitty, Friedhelm Teicke, beschrieb jahrzehntelang wach das Geschehen auf allen Brettern der Berliner Bühnen – besonderen Dank dafür. Die Zitty erschloss und verknüpfte Initiativen und die Szene-Kultur. Danke für ­viele Anregungen und die gute Zusammenarbeit!“
Arnulf Rating Kabarettist, Künstlerischer Leiter von Maulhelden


„Vielen Dank für eure Kritiken, Empfehlungen, Artikel, aber auch, dass ich sogar ein paar mal in Interviews zu Wort kommen durfte. Und nicht zuletzt für die Ehre, dass ihr mich 2013 zu einer der 10 aufregendsten jungen Schauspielerinnen Berlins gekürt habt. Ich werde Zitty vermissen!“
Nina Reithmeier Schauspielerin


„Zitty gehört für mich zu Berlin wie seine Kinos, Museen, Konzerte, Clubs, Kneipen und Restaurants. Nicht nur ein Wegweiser – ein Kompass. Verstörend und eigentlich unvorstellbar, dass der jetzt fehlen soll. Au revoir Zitty! Und Danke!“
Tom Tykwer Filmregisseur


„Es ist nicht leicht, wenn etwas verschwindet, das aus der eigenen Jugend stammt. Man kann mit den Achseln zucken oder sich fragen: Musste das sein? Zitty war nicht nur Neuigkeiten-Anschlagsbrett, sondern auch Forum, Austausch von Meinungen, Mode, Glauben und Wahn. So wie der Roller wiedergekommen ist, wird irgendwann der Wunsch nach Zeitungen aus Papier wieder da sein, und dann wird man fragen: Wo ist denn eigentlich Zitty? Dieses Blatt mit der großen Geschichte im Rücken? Einfach fallen gelassen? Wie dumm kann man sein?“
Manfred Maurenbrecher Liedermacher und Autor


„Goodbye Zitty! Mein ­Comic-Strip Emil war von 1983-90 ein regelmäßiger Bestandteil des Magazins … ach ja.“
Detlef Surrey Comic-Zeichner


„Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich nach dem Mauerfall Zitty zum ersten mal in den Händen hielt. So ein Berg Papier nur für die Veranstaltungen von 2 Wochen? Ich war baff – und das alles hatte schon immer bei mir nebenan stattgefunden? Ein Stückchen alter Kiez verschwindet wieder mal. Man konnte es riechen und anfassen, analog eben. Wie schade!“
Andreas Dresen Filmregisseur


„Als Ex-Chef des ehemaligen Konkurrenzmagazins tip, das ich vor 15 Jahren verlassen habe, um einen juristischen Fachverlag zu leiten, blutet einem selbstverständlich das Herz. Denn auch, wenn die Magazine in inniger Feindschaft verbunden waren, waren sie doch beide die erfolgreichsten und ältesten Stadtmagazine Deutschlands, begründeten eine ganze Gattung und ergänzten sich im übrigen in ihrer Berichterstattung kongenial. Jetzt muss Zitty als erste weichen. Das ist schade, weil damit die ganze Gattung in Gefahr ist. “
Karl Hermann tip-Chefredakteur von 1995 bis 2006


„Traurig und wütend über diese Nachricht. Dankbar, ein Teil davon gewesen zu sein. We built this Zitty on Rock’n’Roll!“
Matthias Kalle Stellvertr. Chefredakteur ZEITmagazin; Chefredakteur der Zitty von 2004 bis 2006 & von 2007 bis 2008


„Zitty, Du wirst fehlen! Danke an alle, die Zitty gemacht haben!“
Regina Kittler Politikerin (Die Linke), MdA, Mitglied im Ausschuss für Kulturelle Angelegenheiten


„Zitty war von Anfang an ein zuverlässiger und toller Partner der Berlin Biennale, der alle Veränderungen und Herausforderungen, denen wir uns stellen mussten, begleitet hat. Mit der Einstellung von Zitty geht für die Stadt, aber auch für deren Institutionen, ein Stück der Berliner Kulturlandschaft selbst verloren. Wir wünschen insbesondere der Redaktion in dieser Zeit nur das Beste.“
Gabriele Horn Direktorin Berlin Biennale


„Die Zitty war eine Berliner Institution, die Themen wie Stadtentwicklung, Mietenwahnsinn oder Obdachlosigkeit stets kritisch beleuchtet hat. Sie war ein immens wichtiger Partner für die Kulturschaffenden der Stadt. Sie war ein Stück Berlin. Sie wird fehlen.“
Guido Möbius Musiker und Musikverleger


„Ihr habt dieser Stadt und ihrem Kulturbetrieb immer einen Platz gegeben, ob groß oder klein, ob Ost ob West. Wir Berliner verlieren mit Zitty eine Institution, ein Wahrzeichen dieser Stadt. Berlin ist nicht mehr das gleiche ohne euch. Ich und viele meiner Freunde werden euch vermissen. In meinem kleinen Herzen werdet ihr ewig weiter leben.“
Jacob Matschenz Schauspieler


„Danke Zitty, ob künstlerische oder kulturpolitische ­Diskurse, Ateliernotstand, soziale Lage, die „Zeitstipendien- Kampagne“ – immer an der Seite der Künstler*innen Berlins. Wir verlieren eine wichtige journalistische Instanz!“
Zoë Claire Miller, Heidi Sill für den Vorstand des bbk berlin


„,Portemonnaie, Ausweis, BVG-Karte, ein Stadtplan und die Zitty. Wenn Du das in Berlin hast, findet sich der Rest von alleine.’ Das war der zweite Ratschlag, den ich in Berlin bekommen habe. In der Zitty war mein erstes Interview, mein erstes Bühnenfoto, die erste gute Kritik. Gedruckt auf Ost-Klopapier, Korrektur gelesen von blinden Hasen im Spandauer Forst. Aber die lustigsten Cartoons und das Herz immer auf dem rechten Fleck. Ich habe sie gebraucht und gefunden. Von mir aus hätte es ewig so weitergehen können.“
Horst Evers Autor und Vorlesestar

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