Privatsammlung

Stoschek-Sammlung in Berlin

Von Abramovic bis Zielony sammelt die Düsseldorfer Unternehmertochter Julia Stoschek Medienkunst. Ein bisschen was zeigt sie jetzt in Berlin

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Julia Stoschek vor „Kill-Wallpaper“, 2003 von STURTEVANT in der Ausstellung (4.4.-10.8.2014). Foto: Şirin Şimşek

In der von alten Männern dominierten Szene der Kunstsammler ragt Julia ­Stoschek unübersehbar hervor. Sie ist jung (40), und schön, dazu als Gesellschafterin des Autoteileherstellers Brose angemessen reich. Kein Wunder, dass mancher männlicher Berichterstatter den Boden unter den Füßen verliert. Zuletzt war im „Zeit Magazin“ eine groteske Apotheose zu lesen. Julia Stoschek als Projektionsfläche.

Was sie als Sammlerin wirklich drauf hat, lässt sich nicht nur in ihrer ständigen Präsenz in Düsseldorf-Oberkassel, sondern nun für einige Monate auch in Berlin betrachten. In der Leipziger Straße, wo früher einmal das Tschechische Kulturzentrum saß, zeigt sie die Ausstellung „Welt am Draht“ mit Arbeiten aus ihrer Sammlung. Stoschek sammelt seit rund zehn Jahren Video- und Medienkunst – mit ­Schwerpunkt auf Arbeiten der 30- bis 40-Jährigen.

Das ist ein Alleinstellungsmerkmal und macht auch die Berliner Zusammenstellung spannend. Wie das Internet und die neuen Medien das Leben und die Gesellschaft neu definieren, das untersuchen 20 Künstlerinnen und Künstler mit ­Videos und Installationen – darunter Szene­stars wie Camille Henrot und Cao Fei.

2.6.–18.9.: Julia Stoschek Collection, Leipziger Str. 60, Mitte. 2.­–5.6.: jeweils 11–22 Uhr, danach Do–So Uhr