Kino

Styx

Rike (Susanne Wolff) hat alles unter Kontrolle. Bei ihrer Arbeit als Notärztin sitzt jeder Handgriff. Ebenso bei den Vorbereitungen für ihre Segeltour: Tausende von Kilometern will sie über den Atlantik, zur im Ozean gelegenen Insel Ascension.

Souverän meistert Rike auch den Sturm, der sie auf hoher See erwischt. Trotz der engen Atmosphäre, die dieses Ozean-­Kammerspiel von Anfang an begleitet, ist es bis dahin ein Vergnügen, Rike bei ihren Routinen zuzuschauen. Faszinierend, wie die Kamera das Meer einfängt: mal als Freiheitsversprechen, dann als klaustrophobischen Ort.

Doch dann treibt nicht weit entfernt ein manövrierunfähiges Flüchtlingsschiff. Zu viele Menschen, um sie aufzunehmen. Rike setzt einen Notruf ab, von der Küstenwache und den Handelsschiffen in der Nähe kommt wenig zurück. Außer, dass sie sich fernhalten soll.

Foto: Zorro Filmverleih

Rike bleibt in Sichtweite zum Boot – mit der Folge, dass einige versuchen, sich zu ihr zu retten. Den jungen Kingsley (toll besetzt mit dem in einem Slum von Nairobi gecasteten Gedion Oduor Wekesa) zieht sie bewusstlos aus dem Wasser. Das moralische Dilemma spitzt sich zu.

Auf Dialoge oder dramatische musikalische Untermalung wird weitgehend verzichtet. Die ausweglose Situation und die Verheerung, die sich daraus ergibt, spricht für sich. Angesichts der Diskussionen um Seenotrettung wirkt diese Geschichte dringlicher denn je.

D/A 2018, 94 Min., R: Wolfgang Fischer, D: Susanne Wolff, Gedion Oduor Wekesa, Kinostart 13.9.

Styx (2018)

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