Crossover - Jazz

Sun Ra Arkestra

25 Jahre nach der Heimfahrt des Gründers überzeugt die kosmische Mischung aus Chaos und Disziplin

Foto: Kali Pro

Sun Ra, Jazzinnovator, legendärer Bandleader und einer der tollsten Außerirdischen der Musikgeschichte, ist zwar schon 25 Jahre tot. Beziehungsweise zu seinem Heimatplaneten Saturn heimgekehrt. In irdische Niederungen hatte er sich seinerzeit schließlich nur begeben, um den Menschen Frieden zu bringen.
Eine solche Mission braucht die Welt heute mehr denn je, und so muss man dankbar sein, dass Ras langjähriger Wegbegleiter Marshall Allen das Arkestra bis heute weiterführt. Das ist beachtlich, immerhin ist der inzwischen selbst 94 Jahre alt, aber immer noch mit hüftwackelnder Leidenschaft dabei. Er stieß 1957 zur Band und spielte sein Saxofon 36 Jahre lang neben Ras Piano: Kein Wunder, dass das Projekt weiter den grenzenlosen Geist seines Gründers atmet. Vor allem faszinierend: die beeindruckende Mischung aus Chaos und Disziplin.

Erst letztes Jahr durfte ein euphorisiertes Publikum des Festsaals erleben, wie das zwölfköpfige Ensemble aus Philadelphia harten BeBop, verstiegenen Free Jazz, fast traditionellen Swing und Melodien, die einem Broadway-Musical entstammen könnten, zu einer eigenen Mischung fusionierte, die wiederum die verschiedenen Phasen im Werk Sun Ras zu einem stimmigen Ganzen zusammenführte. Auch zu gucken gibt es etwas: Der exzentrisch-afrofuturischen Ästhetik seines Gründers ist das Sun Ra Arkestra bis heute treu geblieben.

Sa 11.8., 20 Uhr, Festsaal Kreuzberg, Am Flutgraben 2, Kreuzberg, VVK 28,50 €

Facebook Kommentare

[fbcomments]