Kino

Suspiria

Dario Argentos „Suspiria“ (1977) ist ein so genannter Giallo, eine blutig farbenprächtige Mischung aus Kriminal- und Horrorfilm. In Deutschland war der Film aufgrund seiner detaillierten Mordinszenierungen und der Darstellung der Frau als Lustmordobjekt stets umstritten. Doch in letzter Zeit hat Argentos Werk eine feuilletonistische Rehabilitierung erfahren.

Jetzt hat sogar der Oscar-nominierte Regisseur Luca Guadagnino („Call Me By Your Name“) ein Remake gedreht: Erzählt wird die Geschichte der Amerikanerin Susie Bannion (Dakota Johnson), die im West-Berlin der späten 70er-Jahre an einer renommierten Tanzakademie studieren will. Als immer mehr ihrer Kameradinnen durch mysteriöse Umstände verschwinden, muss Susie feststellen, dass die ausschließlich von Frauen geführte Tanzschule eine düstere Vergangenheit hat.

Foto: Amazon Studios/Alessio Bolzoni

Guadagninos Remake ist ein Gegenentwurf zu Argentos Giallo. Die satten Primärfarben des Originals sind im herbstlichen Dauerregen der Mauerstadt zu einem fahlen Grau verblichen. Dem Progressiv-Rock von Argentos Hausband Goblin setzt Thom Yorke von Radiohead zarte Töne entgegen. Männer spielen überhaupt keine Rolle. Guadagninos Film ist kein Giallo mit wollüstigen Italienerinnen, sondern ein düsterer Berlin-Film mit blassen Kampf-Lesben, der es versteht, den Mythos der abgründigen Mauerstadt zu beschwören.

USA 2018, 152 Min., R: Luca Guadagnino, D: Dakota Johnson, Tilda Swinton, Chloë Grace Moretz, Angela Winkler, Start: 15.11.

Infos und Termine

Suspiria (2018)