Kino

Swans – Where Does a Body End?

Schwäne seien schöne, aber in Wirklichkeit widerwärtige Wesen, erklärt Michael Gira gerne, wenn er nach dem Bandnamen Swans gefragt wird. Für ihren brachialen Noise-Rock im Zeitlupentempo inklusive brutal lauten Konzerten, entstanden im Schmelztiegel von Post-Punk und No Wave in New York Anfang der 80er, ist das eine gute Beschreibung.

Die Swans waren immer das Projekt ihres Masterminds Gira und seiner Konzepte, für die er oft nach eigenem Gusto Musiker heuerte und feuerte. Trotzdem fand Marco Porsia für sein Swans-Porträt viele ehemalige Schwäne, die über ihre Zusammenarbeit mit Gira in höchsten Tönen schwärmen. Dazu zählt auch die Sängerin Jarboe, die über Jahre auf Augenhöhe mit Gira die musikalische Entwicklung der Band prägte.

Swans – Where Does a Body End?
Foto: Salzgeber

Im Zentrum steht aber Gira selbst, der in Interviews angenehm abgeklärt seine Geschichte(n) erzählt und Zugang zum privaten Band-Archiv gewährt. Die Fülle an Material ist Segen und Fluch zugleich. Eher akademisch arbeitet sich Porsia an seinen Arbeitshypothesen wie Selbstzerstörung, Metamorphose und Transzendenz im Swans’schen Universum ab, findet dafür jedoch nur selten einen eigenen erzählerischen Rhythmus. Wer die Karriere der Band nicht kontinuierlich verfolgt hat, dürfte an dem Film Spaß und Erkenntnisgewinn haben, ob das auch für eingefleischte Fans und absolute Nicht-Kenner gilt, ist fraglich.

CAN 2019, 124 Min., R: Marco Porsia, Start: 9.1.

https://www.zitty.de/event/kino/swans-where-does-a-body-end/