Kino

Sweet Country

Australien in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts. Im Nordwesten leben die Farmer unter primitiven Bedingungen. Mit den Beziehungen zu den Eingeborenen hält es jeder anders: Bei Harry March herrscht ein brutaler Rassismus. Er schickt den Eingeborenen Sam ein paar Kühe in die Wildnis suchen und vergeht sich währenddessen an dessen Frau Lizzie. Einige Zeit später ist Harry March tot, und Sam und Lizzie sind verschwunden.

„Sweet Country“ von Warwick Thornton ist ein australisches Drama, das deutlich vom amerikanischen Western ­in­spiriert ist. In starken Bildern erzählt der ­Regisseur, der selbst aus einer Familie von Aboriginals stammt, von der allmählichen Durchsetzung des Rechts. Es ist allerdings ein koloniales Recht, das sich erst auf das Wirklichkeitsverständnis der Menschen einstellen muss, die viel länger schon in dieser Welt leben als die ­Abkömmlinge der Europäer.

Sweet Country
Foto: Grandfilm

Die stärksten Szenen hat der Film während der Suche nach Sam und Lizzie. Der beein­druckende australische Schauspieler Bryan Brown spielt Sergeant Fletcher, bei dem man an manche zerrissenen Figuren denken kann, wie sie John Wayne in Hollywood verkörpert hat. „Sweet Country“ schlägt auf spannende Weise eine Brücke zwischen den klassischen Formen des ­Kinos und einer alternativen Erzählweise, die für die Aboriginals ihre eigene Wirklichkeit darstellt.

AUS 2017, 113 Min., R: Warwick Thornton, D: Hamilton Morris, Sam Neill, Bryan Brown,

Sweet Country