Komödie

„Tel Aviv on Fire“ im Kino

Antizionistische Seifenopern im Westjordanland? Ein komödiantischer Blick auf ein brisantes Thema

Fotos: Samsa Film / TS Productions / Lama Films / Artemis Productions

Der junge Palästinenser Salam jobbt als Autor bei der antizionistischen Fernsehsoap „Tel Aviv on Fire“. Die Serie will die Geschichte des Sechs-Tage-Kriegs zu einer arabischen Erfolgsstory umschreiben, hat aber wegen ihrer schnulzigen Liebesgeschichte auf beiden Seiten des Dauerkonflikts glühende Fans.

Auch der israelische Kommandant Assi am Grenzposten zwischen Israel und dem Westjordanland, den Salam jeden Tag passieren muss, ist wie elektrisiert, als ihm das Skript in die Hände fällt. Um seine Frau zu beeindrucken, zwingt er Salam Änderungen auf, die dieser mit Mühe bei der palästinensischen Filmcrew durchzusetzen versucht.

Wie Vertreter aller Seiten und Meinungen versuchen, ein popkulturelles Kitschvehikel für den Transport ihrer Botschaften zu nutzen und dabei selbst in den Bann der Fiktion geraten, ist schönstes Komödienfutter. Hier entfaltet der Film intelligenten Witz und erzählt von der Wirkungsmacht der Popkultur auch in einer eigentlich tödlichen Umgebung.

Im zweiten Teil zerfasert der Film etwas zwischen banaleren Nebenhandlungen und einer Plotentwicklung, die versucht, es allen Seiten irgendwie recht zu machen. Das eigentlich explosive Potential der Thematik bleibt dabei dann meist auf der Strecke.

Tel Aviv on Fire LUX/F/IL/B 2018, 97 Min., R: Sameh Zoabi, D: Kais Nashif, Lubna Azabal, Nadim Sawalha, Start: 4.7.