Kino

The Artist and the Pervert

Der 65-jährige Österreicher Georg Friedrich Haas gilt als ­einer der wichtigsten Komponisten zeitgenössischer Musik. ­Politisch betrachtet er sich als links, nennt sich einen Feministen und seine erzkonservativen Eltern Nazis. Seine Frau, die ­schwarze Amerikanerin Mollena Williams-Haas, ist Autorin, ­Performerin und BDSM-Aktivistin. Ihre Beziehung als Herr und Sklavin ­haben sie öffentlich gemacht. Aber wie kann sich eine Nachfahrin afrikanischer Sklaven selbst als „Sklavin“ ­eines österreichischen Nazi-Nachkommens andienen? Williams-Haas sagt, Rassismus sei, wenn man jemandem sage, dass er oder sie ­etwas aufgrund der Hautfarbe nicht tun dürfe.

Foto: Exystent Fiolmverleih

Deutlich wird vor allem eins: Mollena Williams-Haas und Georg Friedrich Haas sind reflektierte Menschen, die einander liebevoll umhegen. Doch ist das Private nun politisch? Oder sollte es besser privat bleiben?

Filmemacher*innen und Protagonist*innen sind natürlich von ihrer Mission überzeugt, glauben daran, in der öffentlichen Darstellung ein gutes Beispiel für andere abzugeben. Doch für wie relevant man diese Geschichte erachtet, muss letztlich jeder für sich beantworten.

D 2018, 96 Min., R: Beatrice Behn und René Gebhardt, Start: 30.5. 

https://www.zitty.de/event/kino/the-artist-the-pervert/