Sklavendrama

The Birth of a Nation

Mit Verspätung kommt der heftig diskutierte Film nun zu uns ins Kino

ZITTY-Bewertung: 3/6

Der Sklave Nat Turner kann lesen. Damit unterscheidet er sich von seinen Leidensgenossen im Virginia des Jahres 1831. Bald wird Nat zum Prediger umfunktioniert. ­Irgendwann aber kriegt er nicht mehr ­zusammen, was er sieht und was er in der Bibel liest. Was er sieht, das ist das Leiden der Sklaven. Was er liest, sind Geschichten von der Befreiung aus der Gefangenschaft in Ägypten, von einem Exodus in ein Gelobtes Land, und von den Plagen, die den Pharao heimsuchen. Mit einer Gruppe von Verschwörern wagt Nat einen Sklavenaufstand, der zwar scheitert, aber das System der Sklaverei in seinen Grundfesten erschüttert.

„The Birth of a Nation“ hatte im ­Februar 2016 beim Sundance Festival Premiere und wurde als Sensation empfunden – ein Oscarfavorit. Doch der Hype war im Sommer 2016 dramatisch implodiert, als bekannt wurde, dass Regisseur und Hauptdarsteller Nate Parker und sein Kollege, der Drehbuchautor Jean McGianni Celestin, 1999 wegen Vergewaltigung einer Stu­dienkollegin angeklagt worden waren. Parker wurde 2001 freigesprochen, aber die Frau, die damals die Anklage erhoben hatte, nahm sich 2012 das Leben.

The Birth of a Nation
Foto: Twentieth Century Fox

Parkers Film kann man nun kaum unbefangen sehen. Er zeichnet in klassischer Hollywoodmanier einen überlebensgroßen Helden. Parker wollte einen positiven Mythos schaffen, der Film wirkt aber, als wollte er uns seine Geschichte mit aller Gewalt einbläuen. 

USA 2016, 120 Min., R: Nate Parker, D: Nate Parker, Armie Hammer, Mark Boone Junior

The Birth of a Nation: Aufstand zur Freiheit

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