Familienbande

The Dinner

Ein rhetorisches und ­emotionales Duell zweier Brüder in einem ­Edel­restaurant

ZITTY-Bewertung: 4/6

Bereits in „The Messenger“ von 2009 um zwei Soldaten, die den Familien von Gefallenen die traurige Botschaft übermitteln, formte Regisseur Owen Moverman eine Geschichte, in der sich ­Gesellschaftskritik mit Familienstrukturen, in die die Gewalt Einzug hält, vermischte. So auch hier.

Richard Gere
Foto: Tobis

Paul (Steve Coogan) ist wenig begeistert, sich gemeinsam mit Ehefrau Claire ­(Laura Linney) mit seinem älteren Bruder Stan (Richard Gere) und dessen jüngerer Frau Katelyn (Rebecca Hall) zum Dinner in ­einem sündhaft teuren Restaurant zu treffen. Paul, Ex-Lehrer und eloquenter Zyniker, fühlt sich schon immer von Stan, dem erfolgreichen Politiker, gegängelt. Und so wird er nicht müde, die sowieso schon schwierige Konversation mit seinen Stiche­leien zu torpedieren. Erst nach und nach tritt der Grund des Treffens zutage: Die beiden Kinder der Ehepaare haben etwas Fürchterliches getan …

Der ewige Bruderkampf – sinnbildlich thema­tisiert im hier auch angesprochenen US-Bürgerkrieg – entwickelt sich in diesem vielschichtigen Psychodrama zu einem aktuellen Gesellschaftsbild der USA. Wobei Moverman sein Kammerspiel durch Rückblenden und ­assoziative Sequenzen unterbricht; eine virtuose ­Erzählstruktur, die in ihrer Komplexität eher belastend wirkt als den Plot zu stärken. Da macht es die Regie dem Zuschauer unnötig schwer. 

USA 2016, 120 Min., R: Owen Moverman, D: Richard Gere, Laura Linney, Steve Coogan, Rebecca Hall

https://www.zitty.de/event/drama/the-dinner-2017/