Historienaction

The Great Wall

Endlich erfahren wir, warum die ­Chinesen seinerzeit die nach ihnen benannte Mauer gebaut haben

ZITTY-Bewertung: 4/6

ZITTY-Bewertung: 4/6

Spätestens seit Donald Trump sich mit einer entsprechenden Idee zum US-Präsidenten aufgeschwungen hat, sind Mauern wieder in Mode. Am Schicksal der großen chinesischen Mauer kann man aber auch sehen, dass sie manchmal von begrenztem praktischem Wert sind. Symbolisch hingegen ist die Bedeutung kaum zu überschätzen, wie auch aus Zhang Yimous „The Great Wall“ hervorgeht.

The Great Wall

The Great Wall
Foto: Universal Pictures

Hier steht die chinesische Hochkultur einer so apokalyptischen Bedrohung gegenüber, dass jeder Mongolensturm daneben wie ein Froschmäusekrieg wirkt. Taoties sind Bestien, die aus einer Kreuzung von Orcs mit Aliens entstanden sein könnten. Die noblen Chinesen haben dagegen allerlei raffinierte, aber halt antike Waffengattungen entwickelt, darunter Bungee-Speerkämpferinnen. Hülfe alles nix, wäre da nicht auch noch ein Bogenschütze, der aus dem Abendland stammt: William (Matt Damon) ist gleichsam die Geheimwaffe, denn er lernt interkulturelles Vertrauen („shinren“), während er Taoties erlegt. „The Great Wall“ beruht auf einer Idee von Max Brooks („World War Z“), was sich visuell nahelegt, denn auch die Taoties berennen mit Vorliebe in Heerscharen, nun, Mauern! Zhang Yimou, dessen Karriere vom Neorealismus zum Spektakelmeister selbst spektakulär ist, präsentiert sich hier mit einer geopolitisch vage resonanten Actionlegende, deren Schauwerte die inhaltliche Dürftigkeit halbwegs aufwiegen.

CHI/USA 2016, 104 Min., R: Zhang Yimou, D: Matt Damon, Jing Tian, Pedro Pascal

The Great Wall (2017)

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