Historiendrama

The Promise  –  Die Erinnerung bleibt

Film über den armenischen Genozid

Es scheint schwierig zu sein, den Völkermord an den Armeniern 1915/16 drama­turgisch zu greifen zu bekommen. Die Brüder Taviani scheiterten 2007 mit „Das Haus der Lerchen“ ebenso wie 2014 ­Fatih Akin mit „The Cut“; einzig der armenisch-stämmige Atom Egoyan legte 2002 mit dem komplexen „Ararat“ eine gelungene Umsetzung des Stoffes vor.

Und nun also Terry George („Im Namen des Vaters“, „Hotel Ruanda“). Er erzählt von Michael Boghosian (Oscar Isaac). Der junge Mann träumt 1914 von einer Karriere als Arzt und zieht aus seinem Dorf nach Konstantinopel zum Studieren. Dort verliebt er sich nicht nur in die arme­nische Künstlerin Ana (Charlotte Le Bon), sondern lernt auch den engagierten US-Journalisten Chris Myers (Christian Bale) kennen. Doch bevor sich Ana zwischen Michael und Chris entscheiden kann, bricht der Erste Weltkrieg und ­damit die systematische Verfolgung der Armenier über das Trio herein.

The Promise
The Promise
Foto: Jose Haro Capelight

Das prominent besetzte Melodram ist vor allem eines: gut gemeint. Klar ist es wichtig, die Erinnerung an den von der Türkei bis heute nicht eingestandenen Völkermord wachzuhalten, aber Terry George erzählt trotz aufwändiger Szenarien zu schematisch, seine artifiziell wirkende Geschichte hakt die Stationen in Michaels Odyssee lediglich ab.

E/USA 2016, 133 Min., R: Terry George, D: Oscar Isaacs, Christian Bale, Charlotte Le Bon

The Promise – Die Erinnerung bleibt

Kommentiere diesen beitrag