Familiendrama

The Salesman

Der iranische Regisseur Asgar ­Farhadi konzentriert sich erneut auf Familienkonflikte

ZITTY-Bewertung: 4/6
ZITTY-Bewertung: 4/6

Als Rana und Emad aus ihrer Wohnung ausziehen müssen, vermittelt ihnen ein Bekannter, mit dem sie an einer Inszenierung von Arthur Millers Drama „Tod eines Handlungsreisenden“ arbeiten, eine neue Bleibe. Als Rana eines Tages in Erwartung ihres Mannes die Haustür offen lässt und derweil eine Dusche nimmt, dringt ein Fremder in die Wohnung ein und bedrängt sie im Bad. Das Ausmaß dieses Übergriffs lässt Regisseur Asghar Farhadi („Nadir und Simin – Eine Trennung“) offen, doch Unsicherheit, Hilf- und Sprachlosigkeit machen sich breit. Emad kann den Missetäter ausfindig machen: Soll er ihn vor dessen Familie bloßstellen, die ihn nur als liebevollen Ehemann und Vater kennt?

The SalesmanFoto: Prokino Filmverleih
The Salesman
Foto: Prokino Filmverleih

„The Salesman“ ist spürbar der Film eines vom Theater kommenden Drehbuchautors und erinnert an ein dreiaktiges Bühnenstück, in dem sich Themen wie Sprachlosigkeit, Lebenslügen und Fragen des Selbstwertgefühls gegenseitig kommentieren, während sie ihrerseits noch einmal in „Tod eines Handlungsreisenden“ gespiegelt werden. Das ist etwas zu clever und kompliziert, um emotional wirklich zu packen. Bewunderung kann man hingegen für die schauspielerischen Leistungen von Taraneh Alidoosti und Shahad Husseini aufbringen, die alle Nuancen einer sich verändernden Beziehung außerordentlich subtil zum Ausdruck bringen.  

„Forushande“, IR/F 2016, 125 Min., R: Asghar Farhadi, D: Shahad Hosseini, Taraneh Alidoosti, Babak Karimi

https://www.zitty.de/event/drama/the-salesman-forushande/

Kommentiere diesen beitrag