GAG-PARADE

The Sequel

Nora Abdel-Maksouds persifliert das Phänomen des Fortsetzungsfilms, indem sie ihr Erfolgsstück „The Making-of“ fortsetzt.

Taner Şahintürk und Svenja Liesau in „The Sequel“ – Foto: Ute Langkafel / Maifoto

Komödien zeichnet aus, dass alle lachen können. Bei Nora Abdel-Maksouds Fortsetzungsfilmpersiflage „The Sequel“ ist, auch dank des hohen diskursiven Niveaus, für jede*n etwas dabei – vom Philologie-Doktoranden und Film-Freak über die Queer-Aktivist*in zum old white man und von dort zurück von rechtspopulistischen Hassern und der Quotenfeindin bis hin zur Migrations- und Klassen-sensiblen Feminist*in. Das geht? Das geht.

In der wilden Geschichte rund ums Making-of eines Film gegen den Tugend-Terror sieht man einer weitgehend gescheiterten Filmproduzentin dabei zu, wie sie Action­star Dolph Lundgren (Taner Şahintürk) und dessen piepsstimmigen Sohn (Eva Bay) – der zudem Batman-Darsteller ist – zu einem Helden-Duo formt. Gegnerin ist eine durchgeknallte Ex-Fassbinder-Diva mit Wutproblem (Svenja Liesau), die eine Rolle als PC-Faschistin im Setting von George Orwells „1984“ besetzt und als Individuum die strukturelle sexistische Gewalt am Filmset anprangert, bis hin zur Markierung des bei Stuntszenen perlenden Männerschweißes als Mikro­aggression.

Das funktioniert? Das funktioniert. Gespielt wird im überzeichneten Comic-Modus, abgewechselt mit Hyperrealismus. Dialekte von Schwäbisch bis Berlinerisch schrägen die Figuren zusätzlich an. Das Gorki wird zum Comic-Volkstheater. TOM MUSTROPH

5.1., 20.30 Uhr, 6.1., 19 Uhr, Maxim Gorki Theater Studio Я, Hinter dem Gießhaus 2, Mitte. Text und Regie: Nora Abdel-Maksoud; mit Eva Bay, Stella Hilb, Svenja Liesau, Taner Şahintürk. Eintritt 16, erm. 8 €