Kino

The Untamed

Dass Sexualität eine manchmal unheim­liche Macht hat (und ist), gehört zum ­ältesten Wissen in allen Erzählungen. In dem mexikanischen Film treibt ein Lustwesen sein (Un)Wesen, wie man es selbst im fantastischen Kino nicht so oft zu ­sehen bekommt.

Foto: Forgotten Film Entertainment

Am Anfang ist alles noch reine Spannung, reine Natur, reine Ahnung, und eine normale Erzählhandlung in der Stadt mit ­Figuren wie Alejandra und Angel (einem Paar, dessen Erotik schon ein wenig auf Sparflamme läuft), mit Alejandras ­Bruder Fabian, einem Arzt (in den Angel sich auf rabiate Weise verknallt), und mit Veró­nica, die als erste von diesem Geheimnis weiß, das in einer Hütte in einer einsamen Gegend verborgen ist.

„The Untamed“ spielt großartig mit der Spannung, die aus den Gegensätzen ­erwächst, die in einer geglückten Sexualität zusammengeführt werden sollen: harmonische Persönlichkeit und Beziehung gegen Ekstase und unheimliche Orte, leibliche Existenz und deren Überschreitung. „La región salvaje“ heißt der Film im ­Original, in eine „wilde Gegend“ führt er: Amat Escalante konfrontiert uns mit ­einer Vision von Lust, die sich zugleich am Trash-Ideal von B-Science-Fiction-Filmen wie an der wilden Logik von Träumen orientiert. Ein denkwürdiger Auftakt für das neue Kinojahr. 

„La Región Salvaje“, MEX 2016, 98 Min., R: Amat Escalante, D: Ruth Ramos, Simone Bucio, Jésus Meza, Edén Villavicencio

https://www.zitty.de/event/drama/the-untamed/

Facebook Kommentare

[fbcomments]