Kino

Thelma

Nach Oslo ist Thelma (Eili Harboe) gezogen, fürs Biologiestudium. Weg von den arg christlichen Eltern, weg aus der norwegischen Provinz. Fast täglich telefoniert sie mit dem Vater. Thelma lernt die aufgeschlossene Kommilitonin Anja (Kaya Wilkins) kennen. Entwickelt sich zwischen den beiden mehr als Freundschaft?

Freundschaft oder Liebe?
Foto: Koch Films

Doch dann überkommen Thelma plötzlich Epilepsie-artige Anfälle, einhergehend mit merkwürdigen Phänomenen wie flackernden Lichtern. Zudem hört sie von ihrer tot geglaubten ­Großmutter, die in einem Sanatorium vor sich hin vegetiert und der festen Überzeugung war, übersinn­liche Fähigkeiten zu besitzen. Also eine Familientradition?

Nach seinem Geniestreich „Louder Than Bombs“ öffnet sich der norwegische Filmemacher Joachim Trier einem ganz neuen kinematografischen Komplex. Gespickt mit Zitaten von Stephen King bis Hitchcock – aber auch mit aus ­Literatur und ­Legenden stammenden Mythen – entwirft er das vielschichtige Porträt ­einer jungen Frau, bei der sich der Freiheitsdrang durch nur kaum kontrollier­bare übersinnliche Fähigkeiten bahnbricht. Gleichzeitig thematisiert er die Rolle von Religiosität in ­unserer Gesellschaft. Für all das findet Trier ­faszinierende ­Cinemascope-Bilder, verwoben mit ­einem sphärischen Sound­track. Ein in ­viele ­Richtungen zu deutender Mystery-­Thriller. 

N/F/DK/S 2017, 116 Min., R: Joachim Trier, D: Eili Harboe, Kaya Wilkins, Henrik Rafaelsen, Ellen Dorrit Petersen

Thelma (2018)