Echtzeit-Romanze

Théo & Hugo

Liebe oder nur Sex? – das ist hier die  Frage

ZITTY-Bewertung: 5/6
ZITTY-Bewertung: 5/6

Ein in rotes Licht getauchter Sexclub, wummernder Kirmestechno – ausgiebiger Sex. Fast 20 Minuten dauert der Prolog zur eigentlichen Geschichte, die so charmant wie glaubhaft vermittelt, wie Hugo und Théo sich ineinander verlieben. Erfrischend, wie die klassisch heteronormative Dramaturgie umgedreht wird: Erst hat man Sex, dann lernt man sich (vielleicht) kennen.

Theo & Hugo

Danach lassen sie sich glücklich durch ein sympathisch abgerocktes, nächtliches Paris treiben. Hugo redet offenherzig von Liebe. Bald jedoch stellt sich heraus: Théo hat im Überschwang auf Kondome verzichtet – und Hugo ist HIV-positiv. Die beiden finden sich in der Notaufnahme wieder.

Der in Echtzeit erzählte Film erinnert an Andrew Haighs Liebesdrama „Weekend“, aber auch an Linklaters schwärmerischeren „Before Sunrise“ – und endet um 6 Uhr morgens. Dass die Geschichte von Théo und Hugo über die Nacht hinaus weitergeht, darf man hoffen. Zeit, herumzuspinnen, wie es weitergehen könnte, finden auch die beiden: 20 Jahre zusammenbleiben und sich dann trennen, das könnte der Plan sein! Das zwinkert sich das Regie-Duo Olivier Ducastel und Jacques Martineau wohl selbst zu. Die waren lange ein Paar. Das gute Miteinander muss damit nicht vorbei sein. Dieser empathische Film ist dafür ein sehenswerter Beleg. Stephanie Grimm

„Théo et Hugo dans le même bateau“, F 2016, 97 Min., R: Olivier Ducastel, Jacques Martineau, D: Geoffrey Couët, François Nambot

https://www.zitty.de/event/drama/theo-hugo/