Land Art

Kunst im Herbstwald

Im Grunewald steht mit „Through a ­Forest Wilderness“ eine Schau, die Waldaktionen in West und Ost thematisiert

Neben der großflächigen westlichen Land Art hat es auch ganz andere, zartere künstlerische Herangehensweisen an Natur ­gegeben. Vor allem in Mittel- und Osteuropa diente Wald seit den 60er-Jahren als Rückzugsraum, abseits staatlicher Ordnungsmacht und Kulturvorschriften. Der Wald wurde dementsprechend nicht bloß abgebildet, sondern gleichsam als Partner in die Kunst eingebunden.

Hilde Krohn Huse Hanging in the Woods Im Wald hängen 2014 Film, 11’36“. Courtesy the artist

Kunst mit und im Wald, von früher und heute, zeigt nun die Ausstellung „Through a Forest Wilderness“. Ihr Vorgänger fand vergangenes Jahr im Brandenburgischen Kunstverein auf der Potsdamer Freundschaftsinsel statt, 2018 kann die von ­Petra Stegmann kuratierte Schau nun nach Absprache mit den Berliner Forsten in den Grunewald ziehen. Der tschechische ­Aktionskünstler Milan Knížák (1940 geboren) warb für die Freundschaft mit einem Baum und ließ sich selbst mit seinen in Krawatte und Hemd drapierten hölzernen Freund fotografieren. Der tschechische Aktionskünstler Petr Stembera pflanzte sich einen Zweig in eine Ader.

Stegmann, die 2010 „Fluxus East“ in ­Ber­lin kuratierte, versammelt Arbeiten unter anderem von Gordon Matta-Clark, der Gruppe Clara Mosch, Vladimír Havlík, ­Allan Kaprow, Hilde Krohn Huse, Reiner Maria Matysik, Carolee Schneemann und Vadim Zakharov.

LUCIA MÜLLER

Bis 18.10.: Grunewald, Zugang Nikolskoer Weg/Ecke Königstraße oder Nikolskoer Weg/gegenüber der Kirche St.Peter und Paul auf Nikolskoe, Eintritt frei