VORFREUDE

Timbuktu is Back!

Das Festival „Timbuktu is back!“ zeigt Tanz und Performances aus dem ­Sahel, der gebeutelten Zone am ­Südrand der Sahara

Text: Friedhelm Teicke

Szene aus „Kirina“ von Serge Aimé Coulibaly – Foto: Philippe Magoni

Timbuktu, die malische Oasenstadt am Südrand der Sahara, war für ihren Reichtum an kulturellen Gütern und Gebäuden berühmt, bevor im Jahr 2012 Islamisten die Stadt besetzten, viele Kulturdenkmäler und Unesco-Welterbestätten zerstörten und Musik und Tanz als „unislamisch“ verboten. Doch nachdem die Terrorherrschaft der Besatzer durch französische und malische Truppen beendet werden konnte, verkündet und titelt nun ein Festival im HAU programmatisch: „Timbuktu is back!“

Und obgleich radikale Islamisten weiterhin in der Region ein Problem darstellen, lebt nicht nur dort eine ausdrucksstarke Kultur­szene wieder auf und beweist, dass eine dürre Wüsten- und Savannenregion künstlerisch keineswegs vertrocknet ist. „Künstlerische Positionen aus dem afri­kanischen Sahel“ versammelt also das von Alex Moussa Sawadogo, Programmleiter von Schlingensiefs Operndorf Afrika in Burkina Faso, kuratierte Festival mit Tanz, Performances, Konzerten sowie dem Doku­mentarfilm „Gao, Widerstand eines Volkes“ über die Auflehnung junger Malier gegen die Islamisten (5.4., 20.30 Uhr, HAU 1).

Choreograf*innen wie Salia Sanou („Du désir d’horizons / Vom Wunsch nach Horizonten“, 3.4., 19 Uhr, HAU 2) und Serge Aimé Couli­baly aus Burkina Faso („Kirina“, 9.4., 19 Uhr, HAU 2), Nadia Beugré aus Elfenbeinküste („Tapis rouge / Roter Teppich“, 6.4., 20.30 Uhr, HAU 2) sowie Alioune Diagne aus ­Senegal („Siki“, 9.4., 19 Uhr, HAU 2) und Fatoumata Bagayoko aus Mali („Fatou, t’as tout fait / Fatou, du hast alles getan“, beide 5.+6.4., 19 Uhr, HAU 3) spiegeln den bürgerschaftlichen Aufbruch der immer wieder durch Hungersnöte und Terrorismus gebeutelten Region zwischen dem Senegal und Eritrea wider. 

3.–9.4., 19 Uhr, HAU 1, Stresemannstr. 29, HAU 2, Hallesches Ufer 32, HAU 3, Tempelhofer Ufer 10, Kreuzberg, Eintritt ab 10–13, erm. 5–8 €, Film: 5 €, www.hebbel-am-ufer.de