Die Einladungen zum Theatertreffen 2020

Top Auswahl

Die Jury für das 57. Theatertreffen im Mai hat soeben im Haus der Berliner Festspiele die 10er-Auswahl der in diesem Jahr eingeladenen „bemerkenswertesten“ Inszenierungen bekanntgegeben. Immerhin vier Produktionen aus Berlin bzw. mit Berliner Beteiligung sind darunter und mit Florentina Holzinger auch eine Choreografin.

Holzinger gehört zum Team von René Pollesch, wenn er 2021 Intendant der Volksbühne wird. Pollesch selbst ist, wider Erwarten, mit seiner allseits gefeierten Diskurs-Revue „Glauben an die Möglichkeit der völligen Erneuerung der Welt“ mit Fabian Hinrichs im Friedrichstadt-Palast nicht eingeladen.

Die Jury des Theatertreffens 2020: Wolfgang Höbel, Cornelia Fiedler, Georg Kasch, Shirin Sojitrawalla, Margarete Affenzeller, Andreas Klaeui und Franz Wille (v.l.n.r. ) – Foto: Iko Freese / DRAMA Berlin

Für die diesjährige Auswahl galt erstmalig die im vergangen Jahr verabschiedete Quotenregelung, die die Auswahljury dazu verpflichtet, dass 50 Prozent der eingeladenen Produktionen von Frauen inszeniert sind. Sechs der zehn eingeladenen Inszenierungen stammen diesmal von Regisseurinnen bzw. Choreografinnen.

Besonders an der Auswahl ist auch, dass hier Produktionen der Freie Szene, zeitgenössische Performance und Tanz auch quantitativ auf Augenhöhe mit Schauspiel und großen Stadttheatern eingeladen sind – eine Trendwende in der Wahrnehmung, die sich seit einigen Jahren immer deutlicher zeigt.

Anna Lenks DT-Inszenierung „Der Menschenfeind“ hat es aufs Theatertreffen geschafft – Foto: Arno Declair

Hier die Liste der 10:

„Anatomie eines Suizids“ von Alice Birch, Regie: Katie Mitchell, Deutsches Schauspielhaus Hamburg

„Chinchilla Arschloch, waswas. Nachrichten aus dem Zwischenhirn“ von Helgard Haug (Rimini Protokoll), Schauspiel Frankfurt, Künstlerhaus Mousonturm (Frankfurt), Koproduktion mit WDR und HAU Hebbel am Ufer.

Der Menschenfeind“ von Molière, Regie: Anne Lenk, Deutsches Theater Berlin

„Der Mensch erscheint im Holozän“ nach Max Frisch, Regie: Alexander Giesche, Schauspielhaus Zürich

„Die Kränkungen der Menschheit“ von Anta Helena Recke, Münchner Kammerspiele in Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer, Kampnagel – Internationales Zentrum für schönere Künste (Hamburg) und Künstlerhaus Mousonturm (Frankfurt).

„Eine göttliche Komödie. Dante < > Pasolini“ von Federico Bellini, Regie: Antonio Latella, Residenztheater (Intendanz Martin Kušej)

„Hamlet“ von William Shakespeare mit Auszügen aus „Die Hamletmaschine“ von Heiner Müller, Regie: Johan Simons, Schauspielhaus Bochum

„Süßer Vogel Jugend“ von Tennessee Williams, Regie: Claudia Bauer, Schauspiel Leipzig

„The Vacuum Cleaner“ von Toshiki Okada, Regie: Toshiki Okada, Münchner Kammerspiele

„TANZ. Eine sylphidische Träumerei in Stunts“ von Florentina Holzinger, Tanzquartier Wien, Sophiensaele Berlin, SPRING Utrecht (Utrecht), Productiehuis Theater Rotterdam, Künstlerhaus Mousonturm (Frankfurt), Arsenic – Centre d’art scénique contemporain, Münchner Kammerspiele, Take Me Somewhere (Glasgow), Beursschouwburg, deSingel Internationale Kunstcampus (Antwerpen), Frascati (Amsterdam), Theater im Pumpenhaus Münster, asphalt-festival (Düsseldorf)