Fotografie

Trails of Afghan Heroin

Schönheit und Schrecken des Opiums: Eine Multimedia-installation zeichnet die globalen Verstrickungen des Drogenhandels nach

Between 1992 and 1996 different mujahedeen factions fought for control of the capital. Jod-e-Maiwand in Kabul was reduced to rubble in 1994 after Abdul Rashid Dostam, leader of an Uzbek faction, broke away from the Kabul government and sent his figh - ter jets in to bomb the capital. He joined sides with the Hezb-e-Islami of Gulbuddin Hekmatyar, the ex-prime-minister who had broken away from the central government a year earlier and who was now responsible for daily rocket-barrages into the city centre. Kabul, 1993, Afghanis (c) Robert Knoth und Antoinette de Jong
Kabul, 1993, Afghanis (c) Robert Knoth und Antoinette de Jong

Hübsche, rosaviolette Blüten wiegen sich auf  riesigen Feldern im Wind. Geradezu zynisch wirkt die Pracht, angesichts des Unheils, das von diesen Blumen ausgeht.
Der Dokumentarfotograf Robert Knoth und die Journalistin Antoinette de Jong haben 20 Jahre lang Afghanistan bereist und über Krieg, Politik und Alltag berichtet. Schon 2004 dokumentierten sie für eine Zeitschrift über die rasant anwachsende Opiumproduktion in Afghanistan und deren Auswirkungen auf Nachbarländer wie Pakistan und Tadschikistan. Drei Jahre später nahmen sie die Recherchen wieder auf. Bis nach Ostafrika, Dubai und Westeuropa führte sie ihre Reise für „Poppy – Trails of Afghan Heroin“.

In der Multimediainstallation überlagern sich Foto-, Film- und Tonmaterial. Es ist ein Kaleidoskop der Bilder, ein Versuch, der Komplexität des Themas gerecht zu werden. Knoth und de Jong liefern Zahlen und Fakten, die allein schon erschreckend genug sind, sie erzählen von den globalen Verstrickungen des Geschäfts mit der Droge, aber auch von Einzelschicksalen. Sie zeigen diejenigen, die daran verdienen und sie geben dem Elend die Gesichter von afghanischen Feldarbeitern, die vom Mohn naschen, um ihren Hunger zu betäuben, von HIV-Infizierten in der Ukraine, Prostituierten im Kosovo, Junkies in Russland.

Bis 25.9.; C/O Berlin, Amerika Haus, Hardenbergstr. 22-24, tägl. 11–20 Uhr, 10 Euro