Provinzkrimi

Trash Detective

Rudolf Walde­mar Brem als abgehalfterter Schnüffler

ZITTY-Bewertung: 4/5
ZITTY-Bewertung: 4/5

In einem Provinznest verschwindet die Schönheitskönigin, bald geht man von Mord aus. Die Ausgangslage von Maximilian Bucks schwarzhumorigem Kriminalfilm erinnert an „Twin Peaks“, jene legendäre 90er-Jahre-Serie von David Lynch.

Doch es bleibt nicht die einzige Anspielung in diesem erstaunlich reifen Kino­debüt. Der Regisseur und sein Autor ­Michael Glasauer verwursten so ziemlich alles, was sich ihnen qua Genre anbietet. Ein heruntergekommener Ermittler mit Alkoholproblem? Hinlänglich bekannt, etwa aus den Brenner-Filmen mit Josef ­Hader. Eine Polizistin mit ­Bärenfellmütze im Schnee? Klar: „Fargo“. Und der Filmtitel? „True Detective“ lässt grüßen, das Schwabenländle erscheint hier mindestens so düster wie Louisiana oder die ­Vororte von L.A.

Trash Detective Deutschland 2015 Regie: Maximilian Buck
Trash Detective Deutschland 2015 Regie: Maximilian Buck

Solch ein Zitierspiel kann besserwisserisch wirken, doch bei Buck regiert in jeder ­Minute die uneitle Lust am herrlich Morbiden. Rudolf Waldemar Brem, der einst in Fassbinder-Filmen mitspielte, gibt den für Gerechtigkeit kämpfenden Suffkopp Uwe Krollhass so überzeugend, dass man sich Fortsetzungen mit ihm im fiktiven Kaff Matringen wünscht. Denn der munter ­gepflegte Dialekt macht diesen abgründigen Schwabenkrimi fraglos authentischer als jeden „Tatort“. Ungeübten Zuhörern sei vor dem Gang ins Kino ein Abstecher zum Kollwitzplatz empfohlen. Zum Probelauschen.   Kaspar Heinrich

D 2015, 106 Min., FSK: 16, R: Maximilian Buck, D: Rudolf Waldemar Brem, Sebastian Fritz, Therese Hämer

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