TANZTHEATER

Traumlabor

Die Tanzperformance für Jugendliche ab 13 Jahren lockt mit surrealen ­Bildern die Imagination

Tanz die eigene Traumrealität: Ensemble – Foto: Joerg Metzner
Tanz die eigene Traumrealität: Ensemble – Foto: Joerg Metzner
ZITTY-Bewertung: 5/6
ZITTY-Bewertung: 5/6

Ein einsamer Lichtkegel tastet sich in der Dunkelheit vorwärts. Regte sich da nicht eine Gestalt am Boden? Und wer hängt dort wie eine Fledermaus in den Bühnenaufbauten? Wie auf einem alten Dachboden um Mitternacht beginnen die Fanta­sien zu galoppieren.

Aber keine Angst, allzu gespenstisch wird einem bei diesem atmosphärischen Auftakt nicht zumute. „Traumlabor“ versteht sich – so der Untertitel – als Einladung zu einem „Realitätscheck“. Temporeich begeben sich die drei Tänzer und zwei Tänzerinnen in ein Szenengeflecht, das dem Publikum immer wieder neue Stimmungen präsentiert.

Visueller Taktgeber dieses Trips in die Tiefen der Vorstellungskraft: das raffinierte Zusammenspiel von Video und Lichtdesign. Mal doppeln die Projektionen die Tänzerkörper, dann wieder übernimmt Abstraktion das dramaturgische Ruder. Die Choreografin Irina Demina und ihre Mitstreiter ließen sich unter anderem von E.T.A. Hoffmanns „Der Sandmann“ inspirieren. Kein Wunder also, dass viel Surreales die Arbeit färbt. So gehört das eigenwillige Solo einer Tänzerin mit riesenhaftem Kugelkopf genauso zum Trauminventar wie der Auftritt wundersam vergrößerter Augen.

Ein echtes Sehvergnügen, und das nicht nur für jugendliche Träumer. ANNETT JAENSCH

13. + 14.10., jeweils 11 Uhr und 19.30 Uhr, Theater Strahl in der Halle Ostkreuz, Marktstr. 9-12, Lichtenberg. Choreografie: Irina Demina und Ensemble; mit Carlos Aller, Sunghai Cho, Marco Di Nardo, Enrico Paglialunga, Eli Cohen. Eintritt 16, erm. 6–7,50 €