Die besten Clubs der Stadt

Trend: Politisch feiern

Seit dem Ende der Kampagne für freie Spreeufer, haben Clubkultur und Stadtpolitik kaum mehr etwas miteinander zu tun. Die Partyszene findet nur noch selten auf Demos zusammen. Aber das heißt nicht, dass nicht mehr politisch gefeiert würde

Foto: Dieter Engler
Foto: Dieter Engler

://about blank

Das ://about blank liegt ebenfalls auf der Strecke, die einmal die A100 nehmen soll. „Es geht, solange es eben geht“, lautet die lapidare Antwort zweier Mitglieder. Seitdem der Club 2010 offiziell seine Pforten öffnete, erspielte er sich mit Partyreihen wie der queeren „Homopatik“ oder dem samstäglichen Nachmittags-Techno bei „Staub“ ein internationales Renommee. Das aber ist noch nicht alles, was in dem auf zwei Floors und einen verschlungenen Garten verteilten Gelände vor sich geht. Von der Kinderdisco über Paneldiskussionen hin zu Soli-­Konzerten gibt es ein Rahmenprogramm, das sich sozialpolitischer Verantwortung stellt. „Wir wollten den Club als gesellschaftlichen Ort verstehen“, heißt es dazu.
Markgrafendamm 24, Friedrichshain, aboutparty.net

Mensch Meier

Das Mensch Meier versucht sich in der Storkower Straße ebenfalls an einer Verschränkung von politischem Anspruch und musikalischem Angebot. Die Bewerbung der primär auf Techno und House ausgelegten Events ist auf die eigene Website beschränkt. „Die Verantwortung tragen alle“, heißt es dort zum Konzept – das heißt auch, dass das Mensch Meier keinen Gewinn einfährt, sondern entweder, wie auch das ://about blank, Gelder für soziale Projekte sammelt oder damit die laufenden Betriebskosten deckt. Ein Raum, der uns laut Selbstbeschreibung „frei vom kapitalistischen Markt denken, sein und feiern lässt.“ Ein Versprechen, das auf drei einfallsreich dekorierten Floors eingehalten werden soll.
Storkower Str. 121, Pankow, menschmeier.berlin

ACUD

2014 wurde das Kunst- und Kulturzentrum vor einer Zwangsversteigerung gerettet, womit sich auch das Musikprogramm änderte. Es stehen immer mehr Partys mit einer Mischung aus House, experimenteller Elektronik und Clubsounds auf dem Programm. Hochwertige Line-Ups zu erschwinglichen Preisen in einer intimen Atmosphäre. „Es wäre schwierig, mit Clubs wie dem Berghain oder dem Tresor zu konkurrieren“, gibt Shub Roy zu, der 2015 das Booking bei der 25-jährigen Institution übernahm. Der Club soll wie das ACUD als solches jungen Talenten Förderungsmöglichkeiten bieten. „Diese Nachbarschaft könnte sonst schnell zum toten Winkel der Stadtkultur werden“, mahnt Roy.
Veteranenstr. 21, Mitte, acud.de

SchwuZ

Das SchwuZ wurde 1977 als erster alternativer Schwulenclub der Stadt gegründet. 2013 zog es vom Mehringdamm in die Neuköllner Rollbergstraße und erstreckt sich nun über 1.500 Quadratmeter, auf denen drei verschiedene Floors beheimatet sind. House und Techno stehen eher im Hintergrund „Wir zeigen, dass es auch auf andere Art geht“, sagt Geschäftsführer Marcel Weber in Hinsicht auf das bunte Programm zwischen Rap-Konzerten und Madonna-Nächten. Paneldiskussionen gehören dazu ebenso wie Aktionen gegen Transphobie und Rassismus. „Partys bieten eine Möglichkeit, barrierelos mit Menschen in Kontakt zu kommen“, sagt Weber. Das SchwuZ sei dafür ein safe space.
Rollbergstr. 26, Neukölln, schwuz.de

Text: Kristoffer Cornils

Der große Club­report

Trend: Abenteuer Cluburlaub

Trend: Klein, aber fein