Plastikmüllvermeidung

Trinkhalme aus Glas

Das Berliner Startup Halm stellt eine Alternative zum Plastikhalm her – und verfolgt eine Mission
2015, Insel Koh Phayam, Thailand. Traumstrand, aber ­dreckig. Sebastian Müller, jetzt 36, gebürtiger Berliner, und Partnerin Hannah Cheney, 34, Australierin, beschließen kurzerhand, dort Plastikmüll zu sammeln. Schnell kommen mehr als zwei Dutzend 150-Liter-Müllsäcke zusammen. ­Gefühlt jedes zweite Teil: Trinkhalme. Drei bis sechs Milliarden Halme landen täglich im Müll. Zurück in Berlin, kündigen beide ihre E-Commerce-Jobs, gründen Ende 2016 ein Startup: Halm. Müller: „Wir wollten ab dann nur noch Sachen mit Sinn machen, die Verhaltensweisen von Menschen zum Positiven verändern.“

Trinkhalme aus Glas
Foto: halm.co

Die Idee Trinkhalme aus sehr stabilem Glas. Formschön, wiederverwertbar, fünf Varianten. Für Gastronomen und Endkunden. In Deutschland produziert. 90 ­Glasproduzenten schreiben sie an, zwei melden sich, eine Firma aus Neumünster, die mit Maschinen aus den 1920er- bis 1940er-Jahren arbeitet, übernimmt die Produktion. Mitte 2017 präsentiert sich Halm auf dem Umweltfesti­val am Brandenburger Tor. Das Interesse: groß. „Da wussten wir: Wir können Leute einstellen“, sagt Müller. Juni 2017: Markteintritt.

Der Erfolg 300 Gastronomiebetriebe stehen auf der Kundenliste: Cookies Cream, Amano Bar. Und sogar das Ritz in Paris. 150 Millionen Plastikhalme, rechnet Müller vor, seien dank des Startups bereits eingespart worden. Monatlich kämen knapp 50 Millionen dazu.

Die Mission Künftig sollen 50 Prozent der Profite in Projekte gegen Plastikmüll investiert werden: Müllvermeidung, Plastikersatzstoffe-Entwicklung, Ocean Cleanup. Müller: „Wir wollen, dass der kleine Halm erst der Anfang ist.“
www.halm.co