hiphop

Tua – das ewige Wunderkind des Deutschrap

…ist zurück und immer noch ein einmaliges Phänomen.

Rapper Tua
Foto: David Daub

Die deutsche Rapszene ist sich einig: Tua ist der Kreativste! Der kann alles, sagen die einen, die anderen nicken oder zwinkern wissend. Gut singen, Beats produzieren, die sonst niemand produziert, schnell rappen, zusammen mit seiner Boyband Die Orsons sehr lustig, alleine sehr ernst sein – das alles kann Johannes Bruhns alias Tua. Tatsächlich ist der 33-jährige Berliner einer der wenigen Künstler im Rap, der sich an experimenteller elektronischer Musik aus Großbritannien bedient. Am dekonstruierten Dubstep von Burial, dem Post-R‘n‘B von James Blake und jener elektronischen Musik, die Poptheoretiker Simon Reynolds vor Kurzem als „Conceptronica“ bezeichnete. Also wildes Klirren und Klackern und Rauschen mit Synths, die an Trance erinnern. Zumindest in den Ohren von Reynolds klingt das mehr nach Museum als nach Club.

Tuas Musik und damit auch Tuas aktuelles Album „Tua“ ist düster – und es klingt weder nach Museum noch nach Club. Eher nach alleine mit Kopfhörer auf dem Kopf im Bett in einem Raum mit zugezogenen Gardinen liegen. „Vater“, ein hochintimer Song, der das letzte Lebensjahr und den Tod eines Vaters behandelt, ist der am besten erzählte Deutschrap-Song des Jahres. Tuas große Stärke ist sein präzises Songwriting. Wie er seine kurzen Erzählungen dann in einen Mantel aus allerhand zumindest im Deutschrap-Kontext noch nicht gehörten Sounds hüllt, ist einmalig.

Sa 14.12., 20.30 Uhr, Funkhaus Berlin, Nalepastr. 18, Treptow, VVK 27,10 € zzgl. Geb.