Kino

Una Primavera

Valentina Primaveras Mutter taucht plötzlich bei der Tochter in Berlin auf. Nach Jahrzehnten voller Schläge und Demütigungen hat sie ihren Mann in Italien verlassen und ist entschlossen zur Scheidung. Die Tochter, beeindruckt von ihrem Mut, beginnt sie mit der Kamera zu dokumentieren. Doch die Mutter hat keine Idee für ein Leben allein. Es geht zurück nach Italien, in eine Welt, das den getrennten Ehepartnern je eine Etage des Hauses zuweist, Letztlich wiegt das Zugehörigkeitsgefühl mehr als das Leid, die Mutter braucht es für ihr Identitätsgefühl.

Una primavera
Foto: filmdelights.com

Gewalt gegen Ehefrauen ist eine immer noch tabuisierte Epidemie. In diesem Kontext ist der Film von Valentina Primavera beispielhaft dafür, wie schwer es vielen geschlagenen Frauen fällt, sich aus der Gewaltbeziehung zu lösen. Leider kommen weder der gesellschaftliche Kontext noch eine weitergehende Analyse des Geschilderten vor. Der Film besteht aus Homevideo-artigen Aufnahmen des privaten Leids, die unkommentiert aneinandergeschnitten werden.

D 2018, 80 Min., R: Valentina Primavera, Start 2.1.

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