Filmfestival

Unknown Pleasures 2019

Unknown Pleasures 10 präsentiert wieder die Highlights der unabhängigen US-Filmproduktion

Es geht aufs Land, auf flaches, weites. In die Wälder, durch die sich Straßen den Weg bahnen. In die Kleinstädte. Kurz: Überall dorthin, wo man sonst nicht hinkommt. In dieser zehnten Ausgabe von Unknown Pleasures ist man unterwegs, gern in sehr großen Fahrzeugen, Pick-ups und Traktoren. Und verharrt dabei trotzdem. In vielen der präsentierten Langfilme schraubt man sich ins Wesentliche. Wesentliches, das sich möglicherweise einstellt, je ruhiger und verlassener es um einen wird. Und je bedrohlicher.

The Miseducation of Cameron Post
Foto: Elle Driver

So ergeht es Diane im gleichnamigen Film von Kent Jones, Direktor des New York Film Festivals, der seinen ersten Spielfilm vorgelegt hat. Er wird das von Hannes Brühwiler kuratierte Festival eröffnen. Aber wer ist Diane? Im Grunde eine gewöhnliche Frau, die alleine in einem Kaff in Massachusetts lebt und der Jones mittels seiner Regie recht nahe kommt. Dianes Cousine liegt mit Gebärmutterhalskrebs im Sterben, während Sohn Brian auf einem Sofa verwahrlost.

Es ist eine Welt, in der man vor dem Essen den Lord preist. Auf den lässt sich auch berufen, wenn eines der Kinder aus der Reihe zu tanzen droht. Wie Cameron (Chloë Grace ­Moretz) in The Miseducation of Cameron Post. Angesiedelt in den frühen 90ern, wird Cameron von etwas ergriffen, das sich „SSA“ nennt – „same-sex attraction“ – und in ein Camp geschickt, das die Begierden in christlichere Tugenden verwandeln soll. Joel Edgerton hat das Thema auch in „Der verlorene Sohn“ aufgegriffen (ab 21.2. im Kino).

https://www.zitty.de/event/kino/the-miseducation-of-cameron-post/

Befallen, wohl von Würmern, sind drei Frauen in Penny Lanes Youtube-Found-Footage-Body-Horror The Pain of Others, der in die Hölle einer Krankheit namens Morgellons hinabsteigt, bei der den Betroffenen haarähnliche ­Gebilde wachsen. Der Ex-Militärpfarrer Ernst Toller (Ethan Hawke) in Pauls Schraders First Reformed ist mit gänzlich anderen Dingen befasst – mit ­Kirchenjubiläen.

1.– 21.1., Arsenal, vom 10. bis 20.1. laufen weitere Filme im Kino Wolf, www.unknownpleasures.de

Das Programm von „Unknown Pleasures“