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15 traumhafte Badeseen, die (fast) keiner kennt

Der Sommer ist da und mit ihm die Sehnsucht nach Urlaubsgefühl, Erfrischung, der eigenen kleinen Geheimbucht mit Badestelle am Lieblings-See. Wir haben 15 traumhafte Badeseen entdeckt, die all das bieten. Garantiert ohne Handtuch-Riegen, dudelnde Radios und Arschbomben-Terror. Nicht weitersagen…

Bilder


Großer und kleiner Zermittensee

Genau für diesen Moment lohnt sich die weite Anreise: Es öffnet sich der Blick auf eine Wiese, so groß wie ein Fußballfeld. Etwa fünf Menschen verteilen sich darauf, an einem sonnigen Sonntag bei 29 Grad. Dabei gibt es hier die volle Strandbad-Ausstattung samt Toiletten, Umkleide und Beachvolleyballfeld.

Der Badesee ist umgeben von einem Wald mit Kiefern, Erlen und Buchen. Die Zermittenseen in der Nähe des Dorfes Kagar erreicht man am besten mit dem Fahrrad, es gibt aber auch einen kleinen Waldparkplatz. Die nächste Gastronomie befindet sich auf dem Campingplatz am Reiherholz und ist durchaus zu empfehlen. MH

Bhf. Rheinsberg, per Rad auf der Tour Brandenburg nach Kagar oder mit dem Auto über die L15


Wittwesee

Der Badesee ist privat. Aber bevor jetzt ein „Na toll“ ertönt, sei hinzugefügt, dass die NABU-Stiftung den See gekauft hat, um ihn zu retten. Denn der Wasserstand des Klarwassersees sank bedrohlich. Seit 2004 ist dieser Prozess umgekehrt worden. Über einen Meter stieg der Wasserspiegel seitdem. Die Folge war, dass Wanderwege unter Wasser standen und damit Badestellen nicht mehr erreichbar waren. Zudem gilt seit dem NABU-Kauf ein ­Angelverbot für Privatleute.

Nicht alle Rheinsberger freute das, aber für den Ruhesuchenden ist es ein Segen. Denn an sumpfigen Stellen gewährleisten Holzstege mittlerweile den Zugang. Dennoch badet im 162 Hektar großen und glasklaren Wittwesee kaum jemand. Zu einsam, zu abgelegen liegt das Gewässer, das wegen des klaren Wassers an den Stechlinsee erinnert. Nur dass kein Roman über den Wittwesee erschienen ist. MH

Bhf. Rheinsberg, ab dort nur Waldwege in das Naturschutzgebiet

Am Wittwesee
Am Wittwesee
Foto. Martin Hildebrandt

Großdöllner See

Der See ist durch das Hotel Döllnsee-Schorfheide leicht zu finden und lässt viele Sonnenschirme und eine weniger erholsame Geräuschkulisse vermuten. Für abenteuerliche Seesuchende kann er aber trotzdem eine Oase der Abgeschiedenheit sein: Wer bereit ist, eine kleine Fahrradtour oder eine Wanderung von knapp zwei Stunden zu absolvieren, der findet an diesem traumhaften Badesee seine einsame Badestelle mit Entschleunigungsgarantie.

Am Grossdöllner See
Am Grossdöllner See
Foto: Magdalena Hinzmann

Vom Hotel aus geht der Weg weiter am Gebäude vorbei bis zu einem Wendekreis. Dort führt rechts ein Pfad zu einer Grünfläche für Hotelgäste. Von diesem Punkt aus ist ein von Wald bedeckter Wanderweg ausgeschildert, der links um den See führt und schon während der Tour für pure Erholung sorgt. Immer weiter um den See herum kann man zwischen den Bäumen hindurchlinsen und nach der geeigneten Badestelle Ausschau halten. Das Ende des Weges führt nach Groß Schönebeck, mit dem Start von hier aus (über ­Dellenstraße, rechts um den See) könnte man die Strecke abkürzen. Aber wer will das schon – bei dieser Aussicht. MaHi

Bhf. Hammelspring oder über die L100


Huwenowsee

Idyllisch? Check! Abgelegen? Check! Entspannend? Check! Steigt man am Hauptbahnhof in den Zug nach Rostock ein, ist man eine halbe Stunde später am Bahnhof Gransee. Von dort braucht man ungefähr diesselbe Zeit, bis man mit dem Bus 835 (bis Baumgarten) den See erreicht. Dann ein paar Minuten Fußweg durch den Wald – und das Wasser liegt vor einem. Der See ist magisch, gesäumt von Bäumen. Nur ein paar Minuten auf dem Steg zu sitzen, entspannt sofort, der Ausblick ist beeindruckend. Wer nach dem Schwimmen noch Lust auf eine kleine Wanderung hat, kann entlang des Ufers durch den Wald spazieren. NV

Bhf. Gransee Bahnhof oder über die B96

Am Huwenowsee
Am Huwenowsee
Foto: Nikos Venierakis


Gudelacksee, Wutzsee und Vielitzsee – Die drei Seen von Lindow

Der größte und klarste Badesee in westlicher Richtung ist der Gudelacksee mit großem Campingplatz, öffentlicher Badestelle, einem kleinen Hafen und mehreren Restaurants. Das Wasser ist glasklar, und auf der Mitte des großen Sees befindet sich die Insel Werder, deren ­Besuch sich sehr lohnt. Hier kann man die herrliche ­Natur und den tollen Blick genießen und findet viele kleine einsame Badebuchten. Die Insel ist allerdings nur mit dem eigenen oder einem gemieteten Boot erreichbar.

Östlich von Lindow, eingebettet im Wald,  liegt der herrlich klare Wutzsee. Direkt an die Badestellen kommt man nur zu Fuß – also einfach den Wanderweg vom Kloster Lindow nehmen, links oder rechts herum, und nach einer schönen Stelle suchen. Öffentliche Badestellen gibt es am südlichen Ufer, circa 20 Minuten Fußweg von Lindow. Es lohnt sich auch eine Umrundung des Wutzsees zu Fuß. Für die 7,4 Kilometer benötigt man circa 90 Minuten. Wenn der Hunger sich meldet, ist eine Rast im Restaurant Klosterblick unbedingt empfehlenswert. Man sitzt herrlich am Wasser, genießt den Blick und lässt sich mit regionalen Köstlichkeiten verwöhnen.

In südlicher Richtung erstreckt sich der Vielitzsee, der durch einen kleinen Kanal mit dem Gudelacksee verbunden ist. Am südlichsten Ende des langgestreckten Sees liegt die schöne Ortschaft Vielitz. Hier gibt es eine kleine Badestelle: Am Spritzenhaus der freiwilligen Feuerwehr den kleinen Weg runter zum See nehmen! SH

Bhf. Lindow oder über die L19


Kleiner Linowsee

Paradox. Am größeren Linowsee gibt es im Gegensatz zum kleinen keine ausgewiesene Badestelle. Ein Teil des Uferstreifens ist Privatgelände, der andere bewaldet. Am kleinen Linowsee hingegen, nur etwa zehn Meter tief und breit, gibt es eine Steganlage, einen Sprungturm und eine gemähte Wiese am Wasser, mit Sitzbänken. Im Grunde ein Freibad ohne Eintritt. Besonders gut geeignet für Familien, die ihre Kinder im Blick behalten wollen. Der See ist locker mit dem Rad von Rheinsberg aus zu erreichen. Es gibt aber auch einen Parkplatz an der Badewiese. Falls es doch das Auto sein soll. MH

Bhf. Rheinsberg, kurze Radtour oder Wanderung auf der Tour Brandenburg

Am Kleinen Linowsee
Am Kleinen Linowsee
Foto: Martin Hildebrandt

lindow-mark.de


Tornowsee und Kalksee

Egal auf welche Weise sich der Ruhesuchende dem Tornowsee nähert – ob mit dem Auto, Fahrrad, Boot oder zu Fuß: Er muss zuvor kilometerlang durch einen geheimnisvollen Mischwald, in dem nur wenige Menschen anzutreffen sind. Lediglich zwei Gebäude befinden sich ­direkt am Wasser des lauschigen Badesees: die Försterei am Rottstielfließ und die Boltenmühle. Das Dorf Tornow, nach dem der See benannt ist, wurde im Mittelalter aufgegeben. Das 132 Hektar große und 12 Meter tiefe Gewässer bildet das Ende der Ruppiner Seenkette und ist fast vollständig von Bäumen umgeben.

Der Kalksee, der sein Wasser über den wilden Binenbach an den Tornowsee abgibt, liegt etwas weiter oben als ­Solitär in einer Talsohle. Dort ist aufgrund der Ortschaft Binenwalde etwas mehr los. Tretboote gleiten im Sommer über den 22 Meter tiefen See. Seine eigene, ganz private Badestelle findet man aber an beiden Seen. Und das für den gesamten Tag. MH

Bhf. Neuruppin, täglich Bootstour oder mit dem Auto zur Boltenmühle (L16) und dann wandern

Am Tornowsee
Am Tornowsee
Foto: Martin Hildebrandt

Mehr zum Tornowsee


Grabowsee

Vom S-Bahnhof Oranienburg aus erreicht man den Badesee mit dem Bus 804 (Malz, Grabowsee Fähre) in circa 20 Minuten. Bei der Bushaltestelle geht es weiter über eine Brücke gehen und entlang eines Kanals, bis man den See zwischen den Bäumen glitzern sieht. Den Ausflug zum Grabowsee kann man mit einer Führung in der Volksheilstätte des Roten Kreuzes verbinden. Sie wurde 1896 vom Roten Kreuz gegründet und war die erste Heilstätte für Lungentuberkulose in Norddeutschland. Interessierte können an einer zweistündigen Führung über das Gelände teilnehmen (Buchung telefonisch bei Bernhard Hanke: 0175-24 25 27). Das Ufer ist bewaldet und bietet viele schöne Picknick- und Badeplätze. NV

Bhf. Oranienburg Hbf oder über B273


Hohennauener See

Ein wunderbarer See in einer wunderbaren Landschaft. Nördlich von Rathenow zwischen Havel und Rhin breitet sich der Hohennauener-Ferchesarer See aus: mit mehreren Dörfern, Badestellen, Gasthöfen und einem Campingplatz. Ein Freizeitparadies für Wasserlieb­haber. Jeder der Orte hat eine eigene Badestelle, an der man wunderbar schwimmen kann. In Wassersuppe beispielsweise hat diese zusätzlich einen überdachten Grillplatz, Duschen, Umkleide und Zelt- und ­Liegewiese. Ein Rad- und Wanderweg führt um den See herum und damit zu weiteren Möglichkeiten, ins Wasser zu springen. MH

Bhf. Rathenow und weiter mit dem Rad über die Tour Brandenburg oder über die B102


Haussee bei Seefeld

Wenn ein See Haussee heißt, lässt das nicht gerade auf ein Gewässer mit internationaler Bekanntheit schließen. Vermutlich wissen nicht mal viele Berliner, dass es einen Haussee bei Seefeld gibt. Und wo Seefeld liegt. Seefeld befindet sich östlich von Berlin zwischen ­Ahrensfelde und Werneuchen. Praktischerweise hat Seefeld einen Bahnhof. Im letzten Jahr fuhr der Zug von Lichtenberg ab, nun von Ostkreuz. Fahrzeit 30 Minuten, Tarifbereich C.

Mit 44 Hektar ist der See kein Riese, aber groß genug für einen ausgiebigen Schwimmausflug. Der Haussee verfügt über eine eingezäunte Liegewiese an der Ostseite, einen Badestrand auf der Löhmer Seite und eine Badestelle in Seefeld. ­Ansonsten flankieren ihn Felder und etliche Bäume. Das ­Wasser ist zwar etwas trüb, aber angesichts der maximalen Wassertiefe von sechs Metern absolut akzeptabel. MH

Bhf. Seefeld, Fahrrad-Tour „Rund um Berlin“ oder über B158


Bruchsee

Wasser gibt es rund um Päwesin eigentlich genug. Von Brandenburg an der Havel windet sich der Beetzsee in einer eiszeitlichen Rinne im Naturschutzgebiet West­havelland gen Norden und geht in den Riewendsee über – eine Bundeswasserstraße, allerdings hauptsächlich von Freizeitkapitänen befahren. Früher nutzten Transportboote der 14 Ziegeleien die schiffbare Verbindung nach Berlin. Die Ziegeleiwerke bescherten Päwesin und ­Bagow nicht nur einen wirtschaftlichen Aufschwung, sondern auch weitere Seen. Einer der schönsten ist der 41 Hektar große Bruchsee, der seit der Wende unter ­Naturschutz steht.

Um den künstlichen Badesee führt ein sechs Kilometer langer Naturlehrpfad, der erklärt, warum am Bruchsee vieles nicht erlaubt ist. Die Ruhe durch Lärm zu stören beispielsweise, ­Hunde laufen zu lassen oder mit Gülle zu düngen. In dem Gebiet haben sich seltene Pflanzen und Tiere angesiedelt: Erlen-Bruchwald, Tausendblatt-Teichrosen, Reiher. Trotz seiner ökologischen Bedeutung ist das Baden im Bruchsee erlaubt. Aber da die Badestellen nur schlecht mit dem Auto erreichbar sind, nutzen sie vor allem Anwohner. Und davon gibt es nur sehr wenige. MH

Bhf. Brandenburg an der Havel oder Nauen, mit dem Fahrrad über den Storchenradweg nach Bagow oder über die L912


Göttinsee

Im Gegensatz zu den vielen Havelstränden ist der Seeboden des Göttinsees nicht von Muschelresten übersät oder schlammig. Mit seinem flachen Ufer ist diese Stelle auch ideal für Kinder. Um zu schwimmen, muss man sich schon etwas weiter ins Wasser wagen. Zu DDR-Zeiten diente der See zur Fischzucht, war von der Havel durch einen Damm getrennt. Dieser ist inzwischen wieder geöffnet. Fährt man auf dem Radweg 3.1. vom Göttinsee Richtung Leest, passiert man kilometerlange Kirschplantagen. Kulinarisch ist die Halbinsel Töplitz eine Einöde. Anwohner stellen aber ihr selbst Geerntetes oft vor die eigene Haustür, der Picknickkorb kann also wieder aufgefüllt werden. DT

Am Göttinsee
Am Göttinsee
Foto: David Doherty PDD / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

Bhf. Potsdam, dann weiter mit dem Bus  612 bis Alt-Töplitz und rund 2 Kilometer bis zum Seeufer. Oder über die A10


Maxsee

Wirklich klar ist der Maxsee bis heute nicht. Aufgrund seiner geringen Tiefe von nur zwei bis vier Metern gilt der See als hypertroph. Im Spätsommer beträgt die Sicht weniger als einen Meter. Der Nährstoffgehalt kann so weit ansteigen, dass der Sauerstoff am Boden zum Ende des Sommers weitgehend aufgebraucht ist und es zum Fischsterben kommt. Allerdings wurden in den letzten Jahren diverse Maßnahmen eingeleitet, um eine bessere Belüftung und Wasserqualität zu gewährleisten. Das Baden ist folglich mittlerweile bedenkenlos möglich. Umgeben ist der Maxsee fast vollständig von Laubwald, was eine Umwanderung im Sommer angenehm macht. Am einfachsten lässt sich der Badesee über die Bundesstraße 1 erreichen.

In dem Dorf Hoppegarten im Norden, nicht zu verwechseln mit der Trabrennbahn, gibt es ausreichend Parkplätze. Gespeist wird der Maxsee von der Löcknitz, die später sehr idyllisch durch das Naturschutzgebiet Löcknitztal und bei Erkner in die Spree fließt. MH

Bhf. Erkner und per Rad durch das Löcknitztal oder mit dem Auto über die B1 nach Hoppegarten

Am Maxsee
Am Maxsee
Foto: David Doherty PDD / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

Wolziger See

Es ist nicht weit: Gleich hinter der Autobahnausfahrt Friedersdorf (A 10) kommt nach einigen Kilometern das Dorf Wolzig. Und da ist sie praktisch nicht zu übersehen, die hübsche Badestelle am Wolziger See: eine grüne Liegewiese. Einen langen Steg mit Sitzbänkchen und sogar eine günstige Bewirtschaftung gibt es hier. Die kleine Bucht führt sanft ins Wasser, Kinder können hier prima plantschen. Und wer Lust auf Fisch hat, dem sei im Nachbarort Blossin die Fischerei von Manfred Mellack empfohlen, egal ob nun fangfrisch, tiefgefroren – oder zubereitet im dazugehörigen Restaurant mit großem Garten am Wasser. „Den habe ich heute Morgen um 5 Uhr aus dem See gezogen“, erklärt der Fischer beim Kauf eines herrlichen Zanders. MS

Bhf. Kummersdorf, per Rad bis in den Blossiner Weg, dann links. Oder über A10/12


Pinnower See

Pinnow, das sollte gleich am Anfang gesagt werden, existiert mehrfach im Umland: in der Uckermark, bei Schwerin und bei Guben. Auch den Pinnower See gibt es nicht nur einmal. Das Pinnow im Südosten Berlins gehört zu den unscheinbarsten. Die Bundesstraße nach Guben führt einige Kilometer am See vorbei. Ansonsten ist die Gegend eher ausgestorben. Na gut.

Der Fernradweg „Tour Brandenburg“ passiert den See, aber nur vereinzelt nutzen ihn Radfahrer. Ad diesem Badesee gibt es zwei größere Badestellen. Eine an der Karpfenschänke, einem kleinen Hotel mit Fischrestaurant, und eine vor dem Campingplatz, auf dem ein paar Dauercamper hocken. Und dann gibt es da noch versteckt eine sandige Halbinsel, auf der man sich wie in der Karibik fühlt. MH

Bhf. Guben. Oder Tour Brandenburg durch das Schlaubetal – der über die A14


Google Map mit allen Badeseen in Brandenburg.
Quelle: Land Brandenburg