Grüner wird's nicht

Unsere Lieblingsparks

Faulenzen, mit den Kindern spielen, die Natur genießen: unsere 20 Lieblingsparks für die Nachmittage im Sommer.

Landschaftspark Johannisthal/Adlershof

Einst war hier der zweite echte Flugplatz Deutschlands. Der Flugpionier Louis Bleriot flog von Tempelhof zwölf Kilometer bis hierher und musste drei Goldmark Strafe zahlen, weil das Überfliegen von Stadtgebiet verboten war. Später baute die Firma Rumpler hier ihre berühmten Tauben, es gab eine Fliegerschule und ein Ausflugsrestaurant, das legendär schlechten Kaffee ausschenkte. Eine letzte Nutzung als Flugplatz gab es 1995, als der Astronaut Reinhard Furrer bei einer Show tödlich verunglückte. Seitdem ist das Gebiet zu einem der schönsten Landschaftsparks der Stadt umgebaut worden, mit wilden Blumen in der Mitte, einem Skatepark im Südosten, einem Boardwalk nach amerikanischen Vorbild und einer Schafsherde, die von Weide zu Weide getrieben wird. Besonders schön im Herbst, wenn man vom Sturm durchgepustet wird. LUG

Groß-Berliner Damm, Ecke Hermann-Dorner-­Allee, Adlershof, Bus 163, Haltestelle Hermann-Dorner-Allee

Volkspark Rehberge

Der Park teilt das Schicksal des angrenzenden Stadtteils Wedding: Überzeugte Zentrumsbewohner nehmen seine Existenz zur Kenntnis, verirren sich jedoch selten in seine Nähe. Dabei ist der weitläufige Park, entstanden zwischen 1926 und 1929, vor allem für Familien ein echter Tipp: Kinder kriegen im Wildgehege Damwild-Hirsche und Mufflon-Wildschafe zu sehen oder können über den Spielplatz toben. Auch sonst ist in der Rehberge viel Raum für alle. Hier dürfen Hunde sprinten, Jogger joggen, und Frisbeespieler schießen sich nicht ins gesellschaftliche Aus. Wer nicht nur auf dem Rasen fläzen will, hat die Wahl zwischen einem Stopp im Biergarten, Kulturprogramm im sommers geöffneten Freiluftkino – oder einen Sprung in den Plötzensee, der sich im Süden an den Park anschließt. JL

Volkspark Rehberge: Windhuker Str. 52B, Wedding, U6 Rehberge / Bus 221 Transvaalstraße oder Otawistraße

Schlosspark Biesdorf

Direkte S-Bahn-Anbindung, Schloss, Tee-Pavillon, Teich, Eiskeller, nette Fläzecken, Freiluftbühne – der Schlosspark Biesdorf kann locker mit diversen Innenstadtparks mithalten und ist vom Ostkreuz ganze neun S-Bahnminuten entfernt. Das vier Hektar große Gelände wurde zeitgleich mit dem Schloss im Jahr 1868 errichtet. Und nach längerer Renovierung wird das hübsche Schloss am 9. September als Zentrum für Kunst und öffentlichen Raum wiedereröffnet. Während das Freiluftkino 2016 pausiert, gehen in der dortigen Open-Air-Bühne diverse Konzerte ab, gerne mit Legenden wie am 19. August die Hard–rocker Ufo und am 20. August Mungo Jerry. Aber auch sanftere Klänge schweben mitunter durch den Park, wie kürzlich beim Classic Picknick. Am 10. und 11. September gibt es anlässlich des Tages des offenen Denkmals Führungen durchs Schloss. Aber wie gesagt: Man kann auch „nur“ prima abhängen. MS

Schlosspark Biesdorf, Alt-Biesdorf 55, S5 Biesdorf

Körnerpark

Das sagt sich so leicht: Der Neuköllner Körnerpark feiert jetzt 100-jähriges Jubiläum. Kurz zurückgerechnet heißt das nichts anderes, als dass die neobarocke, streng symmetrische Grünanlage mit Brunnen, Terrasse, Orangerie und Blumenrabatten im Ersten Weltkrieg fertig wurde, als die Versorgung der Bevölkerung bereits zusammenbrach. Wie das zusammenpasste, erläutert der Historiker Henning Holsten am 14. August, 14 Uhr, in einer Führung (Treff: Eingang Jonasstraße). Und in der Orangerie thematisiert derzeit die Künstlerin Mathilde ter Heijne in einer großen Videoinstallation den Friedenskongress 1915 in Den Haag (siehe zitty 30/2016). Jenseits all dessen zählt der Körnerpark einfach zu den gepflegtesten Grünanlagen südlich von Mitte – auch dank des Cafés auf der Terrasse, das guten Kuchen serviert. CWA

Schierker Str. 8, Neukölln, U7, S41, 42, 43, 46, 47 Neukölln, Di–So 10–20 Uhr

Waldpark Steinberg

Von vorne, vom Waidmannsluster Damm, macht der Waldpark wenig her: Eine Rodel­anhöhe mit märkischen Kiefern und Kastanien rechts und links. Doch hat man die Spitze des Hügels erreicht, liegt nicht nur ein rekonstruiertes Dolmen-Grab vor einem, sondern auch ein idyllischer See, in den sich ein kleiner Wasserfall ergießt. Der Steinbergsee ist die Verbreiterung des Packereigrabens, der wiederum für die Industriebahn Tegel-Friedrichsfelde wichtig war.  Der Steinbergpark überwältigt einen nicht mit monumentaler Schönheit, er ist ein kleines, schön angelegtes Gebiet in der Stadt, in dem man tief durchatmen und mit der Seele baumeln kann. LUG

Waidmannsluster Damm, Reinickendorf, Bus 222, Haltestelle Waldhornstraße

Schillerpark

Für die Anwohner des Schillerparks im Wedding ist es ein gewohntes Bild: Jeden Sonntag ab etwa 13 Uhr tauchen vor der Bastion mit dem Schillerdenkmal vorwiegend dunkelhäutige Menschen mit Sporthosen auf: Man trifft sich zum Bolzen auf der Wiese. Sogar afrikanische Erstligakicker sollen hier gekickt haben – in der Hoffnung, einen Verein zu finden. Doch der Schillerpark bietet noch mehr: Neu-Weddinger führen ihre Hunde aus, junge Eltern tanken Frischluft oder essen Eis und Pizza im Imbiss Schilleroase. Und wenn es heiß wird, erfrischt sich der Nachwuchs in der riesigen Plantsche. Die britischen Straßennamen sind übrigens kein Zufall. Um einen Teil des Parks liegt das Englische Viertel mit der Siedliung Schillerpark nach Plänen von Bruno Taut, einem Unesco-Welterbe. EA

Zwischen Ungarn-, Dubliner-, Bristol- und Edinburger Str., Wedding, U6 Seestraße

Humboldthain

Seine heute größte Sehenswürdigkeit wurde dem Humboldthain einst zum Verhängnis: Im Zweiten Weltkrieg ließen die Nazis dort Flaktürme hochziehen, um Berlin vor Luftangriffen zu schützen. Die Grünanlage wurde heftig umkämpft – und schließlich zerstört. Heute ist der Humboldthain ein dicht begrünter, urwüchsig anmutender Park mit Freibad, Abenteuerspielplatz und einem Rosengärtchen. Auf dem Rasen koexistieren Anwohner mit Grill und Picknickdecke, Cliquen mit Wasserpfeife und Diabolo-Künstlerinnen friedlich. Abends kann man von der Flakturm-Ruine einen unschlagbaren Blick über die Stadt genießen. Spannend: Mit dem Berliner Unterwelten e.V. können Interessierte auch das Innere des Turms besichtigen.  JL

Zwischen Brunnenstr. und Hochstr., Gesundbrunnen, S1, 2, 25 Humboldthain oder S1, 2, 25, 41, 42 Gesundbrunnen

HumboldthainFoto: Juliane Fiegler
Humboldthain
Foto: Juliane Fiegler

Bäkepark

Die Bäke, früher Telte, war mal ein wasserreicher kleiner Bach, der von Steglitz bis zum Griebnitzsee floss. Vor 115 Jahren wurde das Fließ für den Bau des Teltowkanals benutzt, heute kann man die Bäke nur noch an zwei Stellen erleben: in einem neben dem Kanal bei Kleinmachnow verlaufenden Sumpfstück und eben im Park in Steglitz. Aber der Bäkepark ist nicht nur stadtgeschichtlich interessant, er verfügt auch über einen wunderschönen alten Baumbestand, lichtdurchflutete Liegewiesen und einen tollen Abenteuerspielplatz. Wie wild die Bäke einst floss, merkt man aber nur noch an Tagen, an denen es stark regnet, dann schwillt der Bach plötzlich wieder an. LUG

Klingsorstr., Steglitz, Bus 283, Haltestelle Amfortasweg

Freizeitpark Marienfelde

Wer hier durch die künstlich angelegte Hügellandschaft läuft, flaniert über vier Millionen Kubikmeter Haushaltsmüll. Von 1950 bis 1981 lud die Mauerstadt West-Berlin hier – ironischerweise direkt neben einer großen NSA-Abhöranlage – all ihren Müll ab, vor 14 Jahren gab es eine Methanexplosion und der Park wurde für vier Jahre geschlossen. Heute sind die 40 Hektar für alle Besucher geöffnet, es gibt einen 1,5 Kilometer langen Naturerlebnispfad, versteckte romantische Ecken, wie den Steingarten an der westlichen Seite und sogar „Bergwiesen“ und einen „Alpengipfel“. Der liegt zwar nur in 77 Meter Höhe, bietet aber einen phänomenalen Blick über das südliche Berlin, von Schönefeld auf der östlichen Seite bis zum Grunewaldturm im Westen. LUG

Diedersdorfer Weg, Marienfelde, Bus X83, Haltestelle Friedensfelder Straße

Heinrich-Laehr-Park

Braucht man in einer Gegend voller Ein- und Zweifamilienhäuser mit bester Anbindung ins grüne Teltow und die Diedersdorfer Heide wirklich einen Park? Sogar Jogger kommen sich auf den Schotterwegen unter riesigen Bäumen irgendwie fehl am Platze vor: Nordic Walking gilt hier als eine angebrachtere Körperertüchtigung – vielleicht auch, weil Senioren- und Pflegewohnheime zu den Anliegern gehören. Quirliger geht es auf zwei Kinderspielplätzen zu: Je nach Größe und Alter wagt sich der Nachwuchs auf eine große Holzkonstruktion mit Rutsche. Oder schwingt im gut beschatteten Sandkasten Schüppe und Förmchen. EA

Zwischen Leo-Baeck-Straße, Am Rehwechsel und Dahlemer Weg, Zehlendorf, Bus 285, Haltestelle Laehrstraße

Schönholzer Heide

In Pankow gibt es einige grüne Flecken: den Schlosspark  Niederschönhausen, den Bürgerpark oder den Botanischen Volkspark Blankenfelde. All diese Orte sind bei gutem Wetter schnell überfüllt. Eine sehenswerte Alternative ist die Schönholzer Heide, die sich nördlich vom Bürgerpark anschließt. Zugegeben, sie bietet weder Abenteuerspielplatz, noch Kletterwand oder Steichelzoo. Dafür ist der alte Park naturbelassen und meist menschenleer. Es gibt Wiesen mit hohem Gras, die mit kleinen Erhebungen ideal zum Picknicken ist. Für Geschichtsinteressierte bietet der Park im gesamten Westteil das riesige Sowjetische Ehrenmal. Dort wurden 13.200 Soldaten der Roten Armee beigesetzt. Und wer sich tatsächlich bewegen muss, der findet auch einen Bolzplatz. Aber Vorsicht: Auch dort ist das Gras hoch. TIL

Eingang Hermann-Hesse-Straße, Pankow, S1, 21, 85 Schönholz

Volkspark Prenzlauer Berg

Er ist ein bisschen das Bielefeld unter den Berliner Parks: Ob es ihn tatsächlich gibt, weiß kaum jemand. Dabei ist der Volkspark Prenzlauer Berg – anders als Bielefeld – tatsächlich schön. Er liegt ein bisschen im toten Winkel am östliche Ende von Prenzlauer Berg, umzingelt von Hohenschönhausen und Friedrichshain. Im Mittelpunkt steht ein 91 Meter hoher Trümmerberg, mit drei, nun ja, Gipfeln bzw. Plateaus, von denen man einen schönen Blick auf weniger schöne Hochhäuser hat. Hinunter geht es entweder über Treppen, einen Rundweg oder – am schönsten – über eine Wiese, die sich bestens zum Picknicken eignet. Seit 2009 baut ein Berliner Verein Berliner Riesling an, den man gegen Spende erwerben darf. Ein Verkauf ist offiziell nicht erlaubt. Und wenn man dann noch den Spielplatz mit reinen Holzspielgeräten sieht, kommt sogar ein bisschen Prenzlauer-Berg-Feeling auf. til

Eingang Oderbruchstr., Prenzlauer Berg, S8, 9, 41, 42, 85, Landsberger Allee

Der Volkspark Prenzlauer BergFoto: Gertrud K. / flickr.com / CC BY-NC-SA 2.0
Der Volkspark Prenzlauer Berg
Foto: Gertrud K. / flickr.com / CC BY-NC-SA 2.0

Schöneberger Südgelände

Das Gebiet südlich des S-Bahnhofs Südkreuz bietet entlang der Nord-Süd-Bahnschiene zwei in einem: westlich den Hans-Baluschek-Park und östlich das Schöneberger Südgelände, eine Art Abenteuerspielplatz für die ganze Familie. Vor gut zehn Jahren wurde der Hans-Baluschek-Park als Ausgleich für den Ausbau des Stadtrings eröffnet. Entlang eines 1.500 Meter langen und vier Meter breiten asphaltierten Weges finden sich Wiesen, aber auch ein Basketballplatz und Spielplätze. In Höhe des S-Bahnhofs Priesterweg gelangt man in das Südgelände, das seit 1993 nicht mehr von der Bahn genutzt wird. Dort gibt es einen Wasserturm, eine ausrangierte Lokomotive und ein Birkenwäldchen wuchert über alte Gleise. Wer da immer noch einen Vormittag im nahe gelegenen Ikea vorzieht, dem es auch nicht mehr zu helfen. RT

Prellerweg 47-49, Schöneberg, S2, 25, Priesterweg

Insulaner

Der Insulaner an der Grenze von Schöneberg und Steglitz entstand auf einer ehemaligen Kleingartenanlage aus aufgeschütteten Kriegstrümmern. Der Schutt wurde jedoch, anders als beim Teufelsberg, hügelig auf einer Fläche von 13 Hektar verteilt. An seiner höchsten Stelle ist der Insulaner stolze 78 Meter hoch, weswegen man bei schönem Wetter einen imposanten Blick über die Stadt hat. Der Park, dem Berliner Schüler einst den Namen gaben, bietet das volle Familienprogramm mit Sommerbad und Minigolf, Sternwarte sowie Planetarium und natürlich vielen Spielplätzen. Auch lädt die teils urwüchsige Vegetation zum Spazieren ein. FBB

Munsterdamm 80, Schöneberg, S2, 25 ­Priesterweg

An der Stralauer Spitze

Hier sitzt man wie an einem See – und das mitten in Berlin. Wer Lust hat, schwimmt ein bisschen raus und genießt das Stadtpanorama von der Spree aus, alle anderen sitzen am Ufer, grillen, feiern und beobachten den Sonnenuntergang. Und das weitgehend ohne Probleme mit den Nachbarn, der Park liegt so abgelegen, dass nur ganz selten eine Beschwerde wegen Ruhestörung eingeht, obwohl hier oft die ganze Nacht Techno läuft. Und aus demselben Grund ist der Park – obwohl wunderschön – oft ziemlich leer, denn nur die wenigsten wissen, dass man ihn mit dem Bus aus Neukölln und vom Ostbahnhof ganz leicht erreichen kann. MSB

Tunnelstr., Friedrichshain, Bus 104, 437, Haltestelle Tunnelstraße

Gärten der Welt

Der Park liegt inmitten eines weiträumigen Naherholungsgebiets, wo im kommenden Jahr die Internationale Gartenausstellung stattfindet. Einfach nur ausspannen kann man auf den großen Liegewiesen, Kinder vergnügen sich im Märchengarten, im Wasserspielbereich oder im gepflasterten Irrgarten und im Labyrinth zwischen Eibenhecken. Das Projekt „Gärten der Welt“ präsentiert den größten chinesischen Garten in Europa, außerdem umfasst er aufwändige Anlagen aus Japan, Bali, dem Orient oder Korea. Erwachsene zahlen 5 Euro, Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt. FM

Eisenacher Str. 99, Marzahn, U5 Cottbusser Platz,  geöffnet 9–20 Uhr

Monbijoupark

Monbijou-ParkFoto: Philipp Külker
Monbijou-Park
Foto: Philipp Külker

Flanieren, schlendern, lustwandeln: Der Monbijoupark in Berlin-Mitte verleitet den Besucher zum Umherstreifen. Obgleich der Park mitten im Touristen-Bermudadreieck zwischen Museumsinsel und Hackeschem Markt gelegen ist, strahlt der einstige Standort des Rokoko-Schlosses Monbijou eine entspannte, altmodische Würde aus. Besonders an lauschigen Sommernachmittagen, wenn viele Studierende der nahegelegenen Humboldt-Universität ihren Arbeitsplatz von der Bibliothek ins Freie verlagern, herrscht im kühlenden Schatten der gepflegten Bäumchen eine idyllische Lese- und Denkatmosphäre – zumindest, bis die Strandbargäste zum Salsatanzen anrücken. Familienbonuspunkte beschert dem Park das kleine Kinderbad und ein liebevoll gestalteter Spielplatz. JL

Zwischen Oranienburger Str. und Monbijoustr., Mitte, M1, 5 Monbijouplatz, geöffnet bis 23 Uhr

Park am Gleisdreieck

Ein Park, so „urban cool“ wie ein Concept Store: minimalistisch gestaltet, mit Skaterampen und Asphaltbahnen, dazu verwunschene Ecken und ein Naturerfahrungsraum für Kinder. Der 26 Hektar große Park, gegliedert in einen Ost-, West- und den schmalen Flaschenhalspark, verbindet das ultimative Großstadtpanorama – die U-Bahn düst auf oberirdischen Schienen vorbei – mit grünen Rückzugsmöglichkeiten. Liebhabern konventioneller Parks mag der erst vor wenigen Jahren eröffnete „Gleisi“ zu durchgestylt wirken; vor allem junge Flaneure und Sportlerinnen lieben das Flair auf der einst umkämpften Brache zwischen Landwehrkanal und Yorckbrücken. Ein Park für die neue Kreuzberger Mischung.  JL

Möckernstr. 26, Kreuzberg und Schöneberg, U1, 2 Gleisdreick, U1, 7 Möckernbrücke, S1, 2, 25 Yorckstraße

GleisdreickFoto: Benjamin Pritzkuleit
Gleisdreick
Foto: Benjamin Pritzkuleit

Eckernförder Platz

„Das ist doch gar kein Park!“, werden Sie jetzt schimpfen. Und sie haben recht. Klugscheißermodus an: Der Eckernförder Platz war genau das, ein Platz, an dem mal ein Restaurant, ein Veranstaltungssaal und eine Schießbude standen. Nach dem Krieg residierte zunächst die Wasserschutzpolizei hier, ab Mitte der 1950er Jahre verwilderte der Platz und wurde zu einem Wäldchen mit Parkcharakter. Das finden Sie alles mehr so semispannend? Sie haben schon wieder recht! Interessant wird der Park/Platz dadurch, weil er auch als Lagerplatz diente und einige Skulpturen, die einst an der Fassade der Humboldt-Uni prangten, hier abgestellt wurden. Heute findet man noch eine „Orpheus mit Tieren“-Plastik in den Tiefen des Wäldchen, von den angelegten Wegen aus nicht zu sehen. Nur wer noch weiß, wie die alten Wege verliefen, findet sie. LUG

Seestraße Ecke Sylter Straße, Wedding, Bus 106, Haltestelle Sylter Straße

Moabiter Stadtgarten

Streng genommen kein Park, mutet die Grünfläche vor dem „Zentrum für Kunst und Urbanistik“ (ZK/U) an wie ein kleiner Nordableger des urbanen Gleisdreieckparks: Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Moabit faulenzt man auf einer spärlich bepflanzten Rasenfläche mit Blick auf das Behala-Gelände am Westhafen. Mit der Öffnung des „Moabiter Stadtgartens“ im Jahr 2012 wollte das Bezirksamt die industrieschroffe Gegend um die Beusselstraße einladender gestalten. Das Vorhaben ist geglückt: Anwohnerinnen bummeln mit ihren Hunden vorbei, Kinder wuseln über den Spielplatz, Kunstgucker mit Jutebeutel lassen sommers das Kunstgucken bleiben und knutschen lieber auf der Picknickdecke. Ein schöner Kieztreff, wenn auch vor allem vom Neu-Moabiter Szenevolk aufgesucht.  JL

Siemensstraße 27, Moabit, U9 Birkenstraße, S41, 42 Westhafen oder Beusselstraße

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