Dokumentarfilm

Unter aller Augen

Verallgemeinerndes und vereinfachendes Anti-Männer-Pamphlet

ZITTY-Bewertung: 0/6

„40 Prozent aller Frauen erfahren in -ihrem Leben Gewalt durch ihren -Partner“, lautet der erste Kommentarsatz dieses Dokumentarfilms. Im Folgenden werden die Schicksale verschiedener Frauen aus Bangladesch, Benin, Deutschland und dem Kongo in deren eigenen Worten geschildert: grausame Erfahrungen mit Zwangsverheiratung, sexueller Gewalt, Psychoterror bis zu Mordversuchen mit Säure.

Zwischendurch kommen auch Männer in all ihrer patriarchalischen Dummheit zu Wort, dann geht es um religiöse Dogmen, „Traditionen“, Familienehre oder darum, dass man schlicht keine Lust hat, selbst die Wäsche zu waschen.

Unter Aller Augen
Foto: Mindjazz Pictures

Das Problem des Films liegt in der Art, wie hier die verschiedensten Sachverhalte miteinander vermengt werden: die Armut, die rückständige Gesellschaften auch weiterhin rückständig sein lässt, die Gräueltaten einer völlig pervertierten Rebellenarmee im Kongo oder auch der deutsche Psychopath, der jahrzehntelang Frau und Kinder terrorisierte. Das alles will uns nämlich sagen: Männer sind schlecht, ganz grundsätzlich und überhaupt, und jedes Übel der Welt geht auf eine patriarchalische Gesellschaft zurück, die keine Gerechtigkeit zulässt. Doch das ist keine journalistische Aufklärung, sondern nur Erbauungskitsch für ein Publikum, das sich in seinen Ansichten bestätigt sehen möchte.  

D 2016, 90 Min., R: Claudia Schmid

https://www.zitty.de/event/dokumentarfilm/unter-aller-augen/

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