Humboldt forum

Unvergleichlich

„Auf dem Weg zum Humboldt Forum“ paaren Bode Museum und Ethnologisches Museum afrikanische ­Skulpturen mit europäischer Kunst

Die neue Schau im Bode Museum soll eine weitere Wegmarke „auf dem Weg zum Humboldt Forum“ im rekonstruierten Hohenzollern-Schloss werden. Zu dem Nebeneinander von Artefakten aus China und Ägypten im benachbarten Neuen Museum kommen jetzt hier unter dem Titel „Unvergleichlich“ Prachtstücke afrikanischer Skulpturen aus der Sammlung des Ethnologischen Museums zu euro­päischen Altarbildern und Heiligenfiguren des Bode-Museums, teils in Paaren gruppiert. Formale oder historische Bezüge zeigen sich mitunter schnell, etwa, wenn ein Meister aus Benin einen Portugiesen mit Gewehr formte und der Brite Cibber einen Schwarzen in Ketten als „Alle­gorie des Wahnsinns“ gestaltete. Zu Bildern geronnene Kolonialzeit.

Unvergleichlich: Kunst aus Afrika im Bode-Museum 27.10.2017 bis auf weiteres im Bode-Museum © Foto: David von Becker
Unvergleichlich: Kunst aus Afrika im Bode-Museum bis auf Weiteres im Bode-Museum Foto: David von Becker

Bei schwerer zu entschlüsselnden Artefakten dagegen rächt es sich, dass die Kura­toren der Staatlichen Museen wieder einmal unter sich geblieben sind. Externe haben sie nicht an die Exponate gelassen: Es gibt weder Texte noch kuratorische Kommentare von Fachleuten aus Afrika oder aus Communities, deren Mitglieder geübt sind im Gebrauch ähnlicher Objekte wie hier ausgestellt. Die Berliner thematisieren zwar, dass die Afrika-Sammlung vor allem den europäischen Blick spiegelt, Sammlung und Blick hinterfragen sie trotzdem allein. Unvergleichlich. Stur.

Bis 2019: Bode-Museum, Museumsinsel, Bode­str. 1–3, Mitte, Di/Mi + Fr–So 10–18, Do 10–20 Uhr, 12/ erm. 6 €, bis 18 J. frei

 

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