Kino

Usedom – Der freie Blick aufs Meer

Das, was vermutlich jeder mit der Ostseeinsel Usedom verbindet, hakt Filmemacher Heinz Brinkmann in den ersten paar Bildern seines Dokumentarfilms ab: das Meer, volle Strände und Autofahrer im Stau. Denn die Touristen und ihr mit Hindernissen gespickter Weg zur Erholung sind nicht das Thema, oder jedenfalls nur indirekt. Brinkmann ist im sogenannten „Kaiserbad“ Heringsdorf geboren; sein Großvater, der Architekt Otto Ferdinand Saldsieder, baute 1920 die als Pension betriebene (und heute denkmalgeschützte) Villa Carmen an der Strandpromenade von Bansin. Seit 1993 hat Brinkmann seine Heimatinsel immer wieder zum Gegenstand seines filmischen Schaffens gemacht, und auch sein jüngstes Werk ist Teil dieser langfristig angelegten Bestandsaufnahme.

Usedom – Der freie Blick aufs Meer
Usedom…
Foto: Salzgeber

Mit seiner Familiengeschichte im Hintergrund ist Brinkmanns Interesse an den Lebensgeschichten von Service-Personal und den Bausünden der letzten 30 Jahre kaum verwunderlich: Recht subtil verbindet der Film verschiedene Auffassungen von Heimatgefühl mit Geschichten um die Chancen der Region (die auch im Zusammenwachsen und dem Austausch mit der polnischen Stadt Swinemünde/Świnoujście liegen) und dem Ärger über gedankenlose Investorentätigkeit, der über die Jahre in den Seebädern immer wieder historische Gebäude zum Opfer fielen. Der insbesondere für seine Landschaftsaufnahmen bekannte Kameramann Thomas Plenert kommt bei alledem allerdings nicht so richtig zum Zuge.

Usedom – Der freie Blick aufs Meer, D 2017, 95 Min., R: Heinz Brinkmann, Start: 31.5.

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