Blumen und Obst

Van Gogh – Stillleben

Das Potsdamer Museum Barberini gibt einen kurzen Überblick über Blumen und Obst von Vincent van Gogh

Weil er sich oft nicht mal eine Dirne als Modell leisten konnte, malte Vincent van Gogh eben Obst, blühende Zweige und auf bewegende Weise Sonnenblumen. Doch ganz so einfach ist die Rechnung nicht. Das Stillleben hat seit dem 17. Jahrhundert Tradition in der Heimat des Malers, den Niederlanden, und wie alle fleißigen Anfänger orientierte sich van Gogh (1853 –1890) an seinen Vorbildern, in seinem Fall Rembrandt und später Jan ­Davidszoon de Heem, bevor er zu seinem Duktus und den Farben fand, für die er heute weltberühmt ist.

Foto: Kröller-Müller Museum, Otterlo, Niederlande
Vincent van Gogh (1853-1890): „Korb mit Zitronen und Flasche“, 1888, Öl auf Leinwand,
53,9 x 64,3 cm, Foto: Kröller-Müller Museum, Otterlo, Niederlande


Das Sujet ließ sich nicht nur gut verkaufen, es bot dem oft unter Geldnot Leidenden auch Raum zum Experimentieren, weswegen von seinen rund 800 Werken 170 Stillleben sind. Das ­Museum Barberini macht in seiner neuen Sonderausstellung ab 26. Oktober mit 27 von diesen Stillleben van Goghs Entwicklung nachvollziehbar. Anfangs arbeitete der Maler ungelenk mit erdigen Tönen, löste sich dann von der Tradition und setzte so etwas Unspektakuläres wie Schuhe berührend in Szene – bis er in Südfrankreich seine leuchtenden Blumenbilder schuf, deren Duft bis heute zu uns her zu wehen scheint. 

26.10.–2.2.: Museum Barberini, Alter Markt, Potsdam, Mi–Mo 10–19 Uhr, 1. Do/ Monat bis 21 Uhr, 14/ 10 €, bis 18 J. frei