Sozialrealismus

Vanatoare

Immer im Zyklus: Vanatoare erzählt von drei Prostituierten

Auf dem Weg zur Arbeitsstelle
Foto: Grandfilm

An der hiesigen dffb ist Alexandra Balteanus „Vanatoare“ zwar entstanden, aber doch durch und durch rumänisch. Gefilmt im typischen, von langen, mit mobiler Kamera gedrehten Einstellungen geprägten Stil, erzählt die Regisseurin eine für diese Art Kino typische Geschichte: Einen Tag im Leben von drei Prostituierten beobachtet sie, drei Frauen aus ärmlichen Verhältnissen, die in einem Vorort der Hauptstadt Bukarest leben. Sie müssen ihre Kinder oder Partner durchbringen und lassen sich zu diesem Zweck Tag für Tag zu einer viel befahrenen Ausfahrtstraße bringen. Unter den Brücken ziehen sie sich um, machen sich hübsch und hoffen auf Kundschaft. Für 30, 40 Lei – circa 7 bis 8 Euro – bieten sie ihre Dienste an, die sie gleich in den Autos, auf abgelegenen Parkplätzen verrichten.

Bedrohung, Ausbeutung und Schlimmeres sind Teil ihres Lebens, zumindest äußerlich scheint sich das Trio damit abgefunden zu haben, es nimmt auch eine unschöne Begegnung mit der Polizei fast stoisch hin. Auch dies kaum mehr als Routine, Teil eines sich täglich wiederholenden Zyklus’, aus dem die Frauen zu entkommen hoffen.

Fast dokumentarische Züge hat das alles, auf dramatische Zuspitzungen verzichtet Balteanu praktisch vollständig, was ihren ersten längeren Film, der schon beim Max Ophüls Festival und bei Achtung Berlin ausgezeichnet wurde, zu einem harschen Stück Sozialrealismus macht.

D 2016, 75 Min., R: Alexandra Balteanu, D: Corina Moise, Iulia Lumânare, Iulia Ciochină

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