Trinken

Velvet Bar

Was ist das?

Prinzessinnengärten Smash heißt dieser Drink. Benannt nach dem Ort, an dem Ruben Neideck die Kräuter einsammelt, einen Teil davon in heißem Wasser blanchiert und die übrigen zum Trocknen an die Leine hängt. Die blanchierten Kräuter kommen in die Zentrifuge, werden beim Vierfachen der Erdanziehungskraft ausgewrungen. Kulinarisch richtiger: geklärt. Was bleibt, ist die pure Kräuteressenz. Zugegeben, so eine Zentrifuge an sich ist noch nichts Ungewöhnliches – nur steht sie gemeinhin in Apotheken oder im Chemielabor.

Was soll das?

Velvet Bar in Neukölln
Foto: Clemens Niedenthal

Jeder Drink wir radikal vom Produkt und seiner Regionalität und Saisonalität aus gedacht. Sauerampfer statt Ananas. An der Wand im Bar-Labor gleich hinter dem Gastraum hängt dementsprechend ein Ernteplaner. Im August kamen die Beerenfrüchte und die Erbsen ins Glas, im März klafft eine Lücke. Zum Glück, so Neideck, der zuletzt die Bar im Ora am Oranienplatz geleitet hat, „funktionieren bestimmte Küchentechniken, die Fermentation etwa, an der Bar genauso gut.“ So gesehen ist diese Velvet Bar die konsequente Fortstetzung einer brutal-lokalen Gastlichkeit, für die etwa das Nobelhart & Schmutzig steht.

Was kostet das?

Zehn Euro kostet der fabelhafte Prinzessinnengärten Smash. Genauso der klare Maiwipfel Milk Punch, für den die alte Trinkkulturtechnik der Milchfiltration (der Drink wird durch ein Tuch filtriert, wobei die ausflockende Milch selbst den eigentlichen Filter bildet) wiederbelebt worden ist. Faire Preise, gemessen daran, dass auch im traditionell trinkfreundlichen Berlin jeder Whiskey Sour oder Gin Tonic von der Stange längst acht Euro kostet. Bis auf Weiteres die spannendste Bar der Stadt.

Ganghoferstr. 1, Neukölln, Mi-Sa ab 20 Uhr, www.facebook.com/velvetberlin

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