Kino

Vice

Nachdem sich Adam McKay in „The Big Short“ mit den Bankern befasste, steigt er nun die US-Politik ein.

Er dekliniert den stetigen Aufstieg von Dick Cheney durch, vom persönlichen Assistent Donald Rumsfelds 1969 bis zum Amt des Vize-Präsidenten ab 2001 unter ­George W. Bush. Wobei McKay keinen Hehl daraus macht, dass es im Grunde Cheney und nicht Bush war, der bestimmte, wo es langgeht, vor allem außenpolitisch.

Und besonders eine Figur ist laut „Vice“ maßgeblich an der ­Karriere des Mannes aus Nebraska beteiligt: Cheneys machtbesessene Ehefrau Lynne. Die wird fulminant gespielt von Amy Adams, neben ihr brillieren Sam Rockwell als Bush Junnior, Steve Carell als Rumsfeld und ein hier sehr stoischer Christian Bale als Cheney. Und so schlimm die Aktivitäten Cheneys auch sein mögen – McKay durchsetzt sein Polit­drama stets mit einem ätzenden Humor, wirkt in ­seinem Inszenierungsstil hin und wieder ­etwas zu clever, kann aber auf seinen großartigen Cast vertrauen.

Foto: DCM / Universum 

Wobei einen mitunter der ­fatale Eindruck beschleicht, dass es Dick ­Cheney nie um Werte oder das Umsetzen von politischen Überzeugungen ging, sondern nur um bloße Machtausübung.


USA 2018, 132 Min., R: Adam McKay, D: Christian Bale, Amy Adams, Steve Carell, Sam Rockwell, Start: 21.2.

https://www.zitty.de/event/kino/vice-der-zweite-mann/