Kino

Victoria & Abdul

Nach seiner wunderbaren Satire „The Queen“ (2006) hat sich der britische Regisseur Stephen Frears erneut der britischen Krone angenommen:

In „Victoria & Abdul“ erzählt er eine Anekdote aus dem Leben von Königin Victoria (Judi Dench), die im Jahr 1887 zu ihrem 50. Thronjubiläum Herrscherin über ein riesiges Empire ist. Während der Feierlichkeiten macht sie Bekanntschaft mit dem gutaussehenden Inder Abdul Karim (Ali Fazal).

Die Regentin genießt es, ein wenig aus ihrem goldenen Käfig auszubrechen, zudem gefällt ihr, dass Abdul seine Meinung auch ihr gegenüber kundtut. Zum Missfallen ihrer Entourage und ihres Sohnes Bertie (Eddie Izzard) setzt die Königin Abdul als Lehrer an ihre Seite. Bis der um seine Macht fürchtende Hochadel schwerere Geschütze auffährt: Victoria soll auf ihren Geisteszustand hin untersucht werden.

Victoria und Abdul
Foto: Peter Mountain 2017 Focus Features LLC

Frears zeichnet das empathische Porträt einer ungewöhnlichen Freundschaft. Doch so richtig mitreißen mag einen die auf wahre Begebenheiten beruhende Geschichte nicht, dazu fehlt es dem Film an jener Tiefe, die etwa Frears‘ Porträt der von Syphilis geplagten Opernsängerin Florence Foster Jenkins auszeichnete. Und für den Inder scheint das Kolonialsystem schlicht gottgegeben. So plätschert das Ganze nett vor sich hin.

„Victoria and Abdul“, GB/USA 2017, 112 Min., R: Stephen Frears, D: Judi Dench, Ali Fazal, Eddie Izzard, Michael Gambon