Die heiße Stadt

Visionen für die Stadt

Klimaschutz

Klimaneutrales Berlin

Das „Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm 2030“ (BEK) soll der Beitrag der Stadt zum globalen Klimaschutz werden. Für den Zeitraum von 2017 bis 2021 benennt es die dringendsten Handlungsfelder, darunter Gebäude- und Stadt­entwicklung, Wirtschaft und Verkehr und allen voran die Energieversorgung, bei der sich am schnellsten die meisten Treibhausgase einsparen lassen.

Foto: Stephan Natz / Berliner Stadtwerke

Die damalige Landesregierung hatte 2011 eine ehrgeizige, ­jedoch notwendige Marke gesetzt: 2050 soll Berlin klima­neutral sein. Etappen auf dem Weg dahin sind die Reduktion der Kohlendioxidemissionen um mindestens 40 Prozent bis zum Jahr 2020, um mindestens 60 Prozent bis 2030 (jeweils bezogen auf den Referenzwert von 1990). Vorangegangen ist dem BEK eine Machbarkeitsstudie von 2014, an der mehrere wissenschaftliche Institute gearbeitet haben. Darin ­werden auch Photovoltaikanlagen auf Dächern, wie hier im Bild, ­genannt.

Doch wo ein Wille ist, muss in Berlin noch lange kein Weg sein. Die verbesserten Treibhausgas-Bilanzen nach 1990 ­waren vor allem dem Strukturbruch im Ostteil der Stadt ­geschuldet. Seit 2005 geht der Trend wieder nach oben, je dichter der Verkehr, je mehr Klimaanlagen mit Kohlestrom laufen, desto stärker. Das höhere Flugaufkommen am BER, so er jemals eröffnet, ist da noch nicht eingerechnet.

Risiken: hohe Ansprüche an Governance und Beteiligung der Bevölkerung, politische Mehrheiten

Chancen: Verringerung des Risikos von Naturkatastrophen und volkswirtschaftlicher Risiken, technische Innovation, Ausbau einer grünen Umweltwirtschaft


Klimaanpassung

Alternatives Bauen

Die Städtchen auf den kargen Bergen griechischer Inseln veranschaulichen, wie sich Bewohner vor Hitze zu schützen ­wissen: Die Häuser sind strahlend weiß gestrichen. Jedes Jahr zu Ostern, kurz bevor die Sommersonne unbarmherzig zu scheinen beginnt, wird frisch getüncht. Weiß reflektiert das Sonnenlicht, die Häuser speichern weniger Wärme und geben nachts weniger Hitze ab. Dann kann das Städtchen auskühlen.

Berlin ist davon weit entfernt. Der Asphalt ist dunkelgrau, die Dachpappe ebenso, erst kürzlich waren sogar ­schwarze Häuser in Mode wie am Rosa-Luxemburg-Platz, gegenüber von der Volksbühne. Beton, Glas und Metall tragen das Ihre zum Wärmestau bei. Den Rest erledigt die „Kritische Rekonstruktion“ des Stadtbilds: die wiederaufgebaute Blockrand­bebauung mit Berliner Traufhöhe, das stadtentwicklerisch gut gemeinte, aber wenig klimaanpassungstaugliche Erbe von Ex-Senatsbau­direktor Hans Stimmann. Was tun? ­Hochhäuser aus Holz bauen, wie von einem Grünen-Politiker vorgeschlagem und wie von den Berliner Architekten Kaden + Lager etwa in Heilbronn realisiert? Hellen Asphalt verwenden und den „Albedo-Effekt“, die abweisende Lichtreflexion ausnutzen? Dachpappe und schwarze Häuser verbieten?

Risiken: hohe Kosten (Asphalt), Feuergefahr (Holz), Veränderung des Stadtbildes

Chancen: Verbesserung des Stadtklimas, architektonische Vielfalt