Berlins aufregendste junge Schauspieler

Vlad Chiriac

Er hat den unschuldigsten Augenaufschlag der Welt, wenn einer seiner Herren ihn mal wieder malträtiert, weil er alles falsch gemacht hat. Aber dahinter lauert der Schalk. Im Hexenkessel Hoftheater ist Vlad Chiriac meist für Diener und sonstige Unbedarfte zuständig. Mit vollem Körperein­satz beweist er in den Komödien von Shakespeare bis Molière, dass die da unten auch ihre Mittel haben, um die Welt zu gestalten. Als Erzkomödiant beherrscht er die ganz große Geste. Die Pointen sitzen und eine akrobatische Einlage darf zwischendurch auch sein. Aber dahinter ist immer auch ein Mensch sichtbar.

Seit 2007 gehört Chiriac fest zum Hexenkessel-Ensemble – sommers im Open-Air-Amphitheater, winters in der Märchenhütte. Ein Familienmensch: „Ich brauche Beständigkeit und Vertrauen zum Arbeiten. Ich bin keiner, der sofort ,Hier bin ich‘ schreit, wenn er irgendwo hinkommt.“

Im Fernsehen, wo er immer öfter zu sehen ist, sind seine Figuren ganz anders. Da gibt er in ­TV-Reihen wie „Soko Leipzig“ oder „Tatort“ meist den Kotzbrocken, sei es als großspuriger Womanizer oder schmieriger Kleinkrimineller, gerne auch mit Migra­tionshintergrund. Dabei ist der gebürtige Rumäne mit deutschen Wurzeln im Schwabenland aufgewachsen. Den geforderten Akzent musste er sich erst antrainieren. Gerd Hartmann

Alter: 34
Theater:
Hexenkessel Hoftheater (Amphitheater am Monbijoupark)
Paraderolle:
Der herrlich einfältige Diener Sosias in „Amphitryon“ (Regie: Sarah Kohrs)
Auch bekannt durch:
„Die Summe meiner einzelnen Teile“ von Hans Weingartner (Kino)
Demnächst zu sehen:
in „Reigen“ nach Arthur Schnitzler, 25-28.9., 20 Uhr, Theaterforum Kreuzberg