Psychothriller

Vollblüter

„Heavenly Creatures“ lässt grüßen: Zwei unterschiedliche junge Frauen entwickeln Mordgelüste

Foto: Claire Folger / Focus Features

Teenager, die im Luxus und im selben Viertel aufwachsen: Lily (Anya Taylor-Joy) ist impulsiv und hochbegabt; Amanda (Olivia Cooke) sieht sich von klein auf zu keiner noch so winzigen Gefühlsregung imstande. Trotzdem besteht zwischen den beiden Einzelgängerinnen eine Art ­Seelenverwandtschaft.
Da Lily viel Schulstoff überspringen konnte, hat sie Amanda eine Zeit lang aus den ­Augen verloren. Doch dann laufen sich die beiden eines Tages wieder über den Weg und hängen exzessiver denn je zusammen ab. Lily offenbart ihrer Freundin, wie sehr ihr der neue Mann an der Seite ihrer Mutter verhasst ist. Als sich abzeichnet, dass Stiefvater Mark (Paul Sparks) plant, Lily ins Internat abzuschieben, kommt diese mit Amanda überein, ihre bis dahin als Hirngespinst ausgemalten Mordfantasien wahr zu machen – mithilfe des Drogendealers Tim (Anton Yelchin).

Die Geschichte kommt betont langsam in die Gänge und wirkt oft wie eine Thea­teradaption (mit Dialogen wie von David Mamet), während der Thrill Hitchcocksche Eloquenz aufweist. Regisseur Cory Finley zeigt Talent fürs stilvolle Inszenieren und beweist sich zudem als Schauspielerregisseur. Sein Ensemble, allen vorweg die Hauptdarstellerinnen, dankt es ihm mit Spitzenleistungen.

Thoroughbreds, USA 2017, 92 Min., R: Cory Finley, D: Olivia Cooke, Anya Taylor-Joy, Anton Yelchin, Paul Sparks. Start: 9.8.

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