Thriller

Volt

Eskalation in Transitzone: ­Düsteres ­deutsches Zukunftsszenario mit ­guter Besetzung

ZITTY-Bewertung: 5/6
ZITTY-Bewertung: 5/6

Wer den Spitznamen Volt trägt, bei dem muss man sich nicht wundern, wenn ihm eine Sicherung durchbrennt. Denn Volt hat einen Menschen getötet. In einer nahen Zukunft sind in Deutschland Flüchtlinge in Transitzonen eingepfercht, Volt muss als Mitglied einer Polizeieinheit für „Recht und Ordnung“ sorgen. Bei einer Razzia kommt es zum Zweikampf mit einem Nigerianer, den Volt erwürgt. Er verschweigt die Tat, wird aber zunehmend von Gewissenskonflikten geplagt.

Name: Volt, Beruf: PolizistFoto: Felix Gemein/Augenschein Filmproduktion GmbH
Name: Volt, Beruf: Polizist
Foto: Felix Gemein/Augenschein Filmproduktion GmbH

Autor und Regisseur Tarek Ehlail entwirft ein plausibles Zukunftsszenario mit einer grauen, sich abschottenden westlichen Zivilisation, der nach und nach die Menschlichkeit abhanden zu kommen droht. Zwar ist die Szenerie genre-üblich zugespitzt, dennoch wirkt sowohl die Flüchtlingssituation als auch der Umgang innerhalb der Polizei mit viel Bier, viel Testosteron und derben Sprüchen authentisch. Das ist nicht nur Ehlails klaustrophobischer Inszenierung zu verdanken, sondern auch der Besetzung mit Schauspieler voller Street Credibility wie Benno Fürmann, Sascha Alexander Geršak, Denis Moschitto oder Anna Bederke (sie hat schon in „Schrotten!“ ihre Frau unter Männern gestanden).

Der treibende elektronische Soundtrack von Alec Empire, Chef der Band Atari Teenage Riot, tut dazu sein Übriges. Ein ungewöhnlicher, hoch politischer Genrefilm.  

D/F 2016, 80 Min., R: Tarek Ehlail, D: Benno Fürmann, Anna Bederke

https://www.zitty.de/event/science-fiction/volt-2017/

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